Wahlkampf – lärmen oder lauschen?
Wahlkampf fühlt sich oft an wie ein Konzert ohne Musik. Ja, es ist wichtig, für Ideen zu werben, hinter denen man steht. Aber oft übertönt das Getöse den Inhalt. Einer der Gründe, weshalb ich nach meiner Zeit bei Die PARTEI ausgerechnet zu Die Linke gegangen bin: Hier wird zugehört. Ideen entstehen nicht in Thinktanks und Beraterbüros, sondern in den Straßen und Wohnungen des Landes.
Im Wahlkampf – und erst recht danach – sollten gerade die lautesten Egos einmal Luft holen und lauschen. Nicht aus Taktik, sondern um zu verstehen, was die Menschen wirklich bewegt.
Von Reykjavík nach Rheinberg: Was ich von Jón Gnarr lernte

Mein politisches Vorbild ist Jón Gnarr – der isländische Punk und Komiker, der zufällig Bürgermeister von Reykjavík wurde. Wenn ein Außenseiter wie er 500.000 Menschen überzeugen konnte, dann müssten 30.000 in Rheinberg doch machbar sein?
Was Jón und mich verbindet: Wir denken von unten. Wir hören auf Träumer und Kreative, die nach Feierabend ihre Visionen einer besseren Zukunft spinnen. Außerdem hegen wir eine gesunde Skepsis gegenüber den Mächtigen – und den Erfindern von Weckern, Fließbändern und Puritanismus.
Bevor ich in meinem Leben angefangen habe, über Politik, Programme und Paragrafen zu reden, habe ich erlebt, was Menschen wirklich verbindet: ein Konzert, bei dem alle mitsingen. Ein Abend in der Kneipe, an dem Ideen geboren werden, die keiner allein gehabt hätte. An langen Glühweinabenden um die Feuertonne. Solche Begegnungen sind kein Luxus – sie sind das Fundament, auf dem Gemeinschaft entsteht und aus dem auch politische Veränderungen wachsen können.

Deshalb setzen wir von Die Linke Rheinberg im Wahlkampf nicht auf sterile Infostände, sondern auf Begegnungen: Büdchentour, Musik, Gespräche – besonders mit denen, die längst frustriert sind oder sich zurückgezogen haben. Wir laden ein, wieder Teil von etwas zu sein, statt den Rattenfängern und Populisten das Feld zu überlassen, die mit einfachen Parolen und bequemen Sündenböcke locken. Ein starkes, solidarisches Wir-Gefühl ist das beste Gegenmittel gegen ihre Hetze und Verblendung.
Politik, das sind wir alle
Ich bin auch kein glühender Fan des Polit-Betriebs. Aber ich will meine Freiheit, meine Mündigkeit und meine Rechte nicht verlieren – und meiner Verantwortung nicht ausweichen. Politik sind nicht „die da oben“. Politik sind wir: 83,5 Millionen Menschen, die jeden Tag mit ihren Entscheidungen das Land verändern – im Kleinen, wenn wir handeln, helfen, widersprechen, und im Großen, an der Wahlurne. Wir können das Leben verbessern – oder wenigstens eine Verschlimmerung verhindern. Genau deshalb kandidiere ich: um Samen für Veränderung zu streuen, die in immer mehr Köpfen und Herzen Wurzeln schlagen.
Rheinberg neu denken
Ich wünsche mir, dass Politik kein Wort mehr ist, das nach Frust und Misstrauen klingt. Ich wünsche mir Menschlichkeit, Augenhöhe, ehrliche Debatten und echten Mut – von den Menschen in den Parlamenten und von denen, die sie wählen. Ich will keine perfekten Politiker*innen, sondern authentische – und versuche selbst ein unperfektes Beispiel zu sein.
Nachhaltige, positive Veränderungen lassen sich nicht von oben aufdiktieren. Sie wachsen von unten, wenn wir uns gemeinsam, solidarisch auf den Weg machen, eine gute, schöne und gerechte Zukunft für alle hier zu erschaffen. Also: Mach mit, bring deine Ideen ein; lass uns gemeinsam neue Töne finden, auf die wir in Rheinberg tanzen können. Kurzum:
Hol dir deine Stadt zurück!


Ein italienisches Sprichwort besagt: Des Menschen großer Feind ist seine eigene Meinung. Wie lautet Ihre?