Reben, Recall, Regen – Tripping Europe Without Money 11

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Wenn du das hier liest, sind wir (leider!) schon wieder zurück in Deutschland. Das Bloggen von unterwegs geht nicht halb so schnell von der Hand wie das Füllen von Instagram-Stories. In den nächsten Tagen wird das Reisetagebuch dennoch vervollständigt werden, also bleib dran!

Près du pont d’Avignon – Lust und Frust

In Avignon stellen wir uns auf einen Campingplatz, um mal richtig sauber zu machen: Uns, unser Geschirr und einen Teil unserer Wäsche – den Teil, der nicht stinkend in einem gelben Sack in der Dachbox liegt. Man braucht eben doch weniger als man so denkt. Am späten Nachmittag schauen wir uns Avignon an: Eine Gratis-Fähre bringt uns ans richtige Flussufer, dann erkunden wir die Altstadt. Wie so oft ist unser erster Stopp ein kleiner Laden, in dem wir uns mit Getränken für den Abend eindecken – Café- und Kneipenbesuche sind in der Regel nicht im Budget, stattdessen das ganz billige Zeug unten im Supermarktregal. Anschließend suchen wir uns einen schönen Spot zu Spielen und finden ihn vor einem verschlossenen Seiteneingang der Kathedrale Notre Dame des Doms d’Avignon.

Doch irgendwie ist der Wurm drin: Renans Stimme ist noch immer nicht fit, die Euromünzen wollen nicht fließen und nach dem zähen Set finden wir zunächst keinen weiteren geeigneten Platz. Wir legen eine Pause ein – Abendessen: Baguette und irgend ein wirklich sehr schlecht schmeckender süßer Weincocktail für unter zwei Euro auf den Liter. Während Renan pinkeln geht, bekommen Manu und Maja Besuch von einer französischen Familie, deren Hund ebenfalls Maja heißt. Mit der Verständigung klappt es nicht so ganz, aber im Wesentlichen repetieren die begeisterten Franzosen verzückt den Namen der beiden Hündinnen: Maja, Maja! Als Renan zurückkommt, sind sie bereits fort, sollen aber später am Abend noch eine rettende Rolle spielen …

Wir versuchen es mit einem weiteren Set auf dem Place du Palais. Schon während des ersten Songs reißt eine Seite, und beim Wechseln kniet sich Renan versehentlich in seinen Getränkebecher, verliert das Gleichgewicht und die Gitarre landet unsanft auf dem Kopfsteinpflaster. Renans moral sinkelt anderthalb Stockwerke tiefer. Nach dem uneleganten Saitenwechsel folgt ein abermaliger Ortswechsel, und einhundert Meter weiter südlich, näher am Straßenrand, gelingen zumindest ein paar Lieder, auf die ebenfalls wenig Resonanz erfolgt – bis Manu vertraute Stimmen vernimmt: Maja, Maja! Dass zur Namensvetternschaft der Hunde nun auch noch Straßenmusik auf dem Tapet liegt, treibt die Verzückung der Familie in neue Höhen und sie bedenken uns mit einer großzügigen Hutspende. Kurz darauf reißt eine weitere Saite und Renan gibt entnervt auf: Schon seit Albenga reißen die Saiten viel zu oft, irgendwas ist faul im Staate Dänemark und wir fassen den Plan, morgen einen Gitarrenbauer aufzusuchen, koste es, was es wolle. So schön Avignon ist, ein runder Abend ist was anderes; wir laufen zurück zum Campingplatz und brechen am Morgen die Zelte ab (also: sprichwörtlich, bis zum Vandalismus fühlt Renan sich in seinem Frust nicht getrieben).

Mit neuen Saiten in den Wein

Einige Kilometer vor Avignon, im Örtchen Vedène, befindet sich, versteckt auf einem Hinterhof, die Werkstatt der Guitare Brothers – nach einem Scan der Googlekarte unsere erste Wahl. Schon beim Parken haben wir ein gutes Gefühl: Hier liegt der Hund begraben, der Ort strahlt eine Ruhe aus, die sich auch im Gesicht des Maestros abzeichnet. Obwohl er gerade wenig Zeit hat, schenkt er uns einige Scheiben derselben, inspiziert die Gitarre, lokalisiert das Problem und gibt Anweisungen, wie es zu lösen sei – mit etwas Schmirgelpapier, der richtigen Technik, Geduld und anderen Saiten. „Alors, I have tried all the strings for over thirty years, today I only use these, seulmente“, erklärt er und drückt uns einen Satz BlackSmith-Saiten in die Hand. Wir nehmen gleich zwei. Dann fahren wir aufs Land, auf der Suche nach einem wilden Stellplatz am Wasser.

Nach kurzer Fahrt finden wir uns inmitten eines großen Weinbaugebiets wieder. Wir folgen einem Fluss, der Cèze, rasten an den wunderschönen Cascades du Sautadet – natürliche Schluchten, Strudel und Wasserfälle im Flusslauf, die der Strom über Jahrtausende auf 500 Metern Breite in den weißen Kalkstein gegraben hat – und finden einen Übernachtungsplatz, der auf keiner Karte verzeichnet ist. Im Gegenteil: Der bei Google als „Spielplatz“ verzeichnete Strand ist belegt mit haarsträubenden Rezensionen über schlimme Menschen, die Kinder ertränken und mit Steinen bewerfen – vermutlich ein Schutz vor Touristen. Wir verbringen eine ruhige Nacht und schmunzeln über die Horrorstory.

Tags darauf heften wir uns ans Bett des nächsten Flusses, der Ouvèze, und finden einen noch geheimeren Strand bei Bédarrides. Hier kann Berta direkt am Flussbett stehen – wir laufen nackend durch die Wildnis, baden im klaren Wasser und wollen gar nicht mehr weg.

Recall in die Garfagnana

Bis eine Nachricht bei Renan eingeht: „Hi, this is Daniela. Are you around here these days? Can you play at my farm tomorrow?“ Daniela betreibt einen Agriturismo (Ferien auf dem Bauernhof) in Bagni di Lucca, eine Gemeinde am Fuße jener italienischen Berge, denen wir vor gut drei Wochen Lebewohl gesagt haben. Aber es ist schön da – schon Heinrich Heine schrieb über Bagni di Lucca, er „habe nie ein reizenderes Tal gesehen“. Außerdem winkt eine gute Hutspende, ein Gratis-Stellplatz und Verpflegung. Wir schlafen eine Nacht drüber, dann brechen wir auf – mal eben runter ans Meer, gute 650 Kilometer die Küste entlang und zwischen Massa und Pisa wieder hinein in die italienische Garfagnana.

Wir erreichen den Agriturismo Pian di Fiume am Abend, und als wir morgens bei Sonne über das riesige Gelände zum Frühstücksbuffet wandern (20 Minuten in Serpentinen den Berg hoch) finden wir sehr gut, was wir sehen – eine echte Bauernhofidylle, sehr schick und gemütlich für den Fremdenverkehr aufbereitet. Der Gig ist für den Nachmittag angesetzt, unten auf der Wiese findet ein kleines Festival statt, mit Antiquitätentrödel, Imbissbuden – und eben zwei Stunden Livemusik. Nach dem Frühstück bereitet Renan seine Gitarre vor, und siehe da, nach etwas Schleiferei an den richtigen Stellen und den neuen Saiten fühlt sie sich nicht nur besser an, sie klingt auch wieder 1A. So kann das Konzert gelingen – wir bauen auf und legen pünktlich los.

Radiohead – Creep

Gute zwei Stunden später, nach einigen Gesprächen mit interessierten Zuhörer*innen und der Chefin des Hauses sowie dem versprochenen Essen, sitzen wir vor dem Camper und lassen es uns gut gehen. Vor allem Manu hat nach der Knallerfahrt ein wenig Entspannung verdient, und Daniela hat uns zugesagt, noch eine weitere Nacht auf dem Stellplatz bleiben zu können. Wir feiern eine kleine Party, wie es nur verliebte Pärchen können, und schlafen lange aus. Hernach zieht es uns zurück in die Berge – in ein paaar Tagen hat Renan die Möglichkeiten, ein Gastspiel auf einem Konzertabend in Montefegatesi zu kredenzen, also steuern wir unseren alten Stellplatz am Viewpoint an und ruhen uns zwei weitere Tage aus. Dann geht es am Abend ins Dorf, Renan bekommt einen Slot im Vorprogramm von Mezzosopranistin Barbara, die gemeinsam mit Drag Queen & Country-Interpret*in Polly sowie Pianist und Sänger David Pedley Burns für den Abend gebucht ist. Nach der Show der Hauptacts gibt es ein kleines Unplugged-Konzert für alle, die noch nicht nach Hause wollen – ein paar Eindrücke des Abends sind in Bild und Ton auf der Facebookseite des Dorfes festgehalten.

Pavarotti an der Tankstelle

Bevor wir allzu heimisch werden – uns wurde schon ein Haus angeboten –, fahren wir weiter gen Norden. Irgendwann gegen Ende des Monats geht diese Reise nämlich leider auch für uns zu Ende – zumindest vorübergehend. Aber erst einmal geht es zum nächsten ausgeguckten Stopp: Modena. Wir tingeln über Land in die richtige Richtung, wandern unterwegs ein wenig und übernachten an einem Feldrand bei Riolunato mit einem herrlichen Blick ins Tal. Tags darauf ist Modena nicht mehr weit, ein Stellplatz schnell gefunden und wir ziehen unsere Straßenmusikroutine durch. Es klingt verrückt, aber wieder zeigt sich: Die kleinen Städtchen, die heimeligen Spielorte in Hotels und Restaurants funktionieren besser als die Straßen der großen Städte. Immerhin: Auch Modena hat schöne Ecken und es ist ein winzig kleines bisschen erhebend, in der Stadt Luciano Pavarottis zu singen.

Schöner und skuriller geht es tags drauf in Crone zu, einem Kaff am Lago d’Idro. Manu versucht am Abend die Capi einer Pizzeria dafür zu erwärmen, ein Konzert für die draußen sitzenden Gäste zu spielen. Es gibt Vorbehalte: Sie dürften keine Musik spielen, nicht einmal aus dem Radio, denn das würde eine zusätzliche Steuerabgabe nach sich ziehen. Da es nicht wirklich Alternativen zur Pizzeria gibt, einigt sich Manu mit den Pizzaleuten auf ein Konzert von der gegenüberliegenden Straßenseite aus – neben einer Tankstelle, die zum Glück bereits geschlossen hat. Das ist ein so absurdes Szenario, dass es schon wieder cool ist, und eine Erfahrung, die Pavarotti so wahrscheinlich nie gemacht hat. Schon nach wenigen Liedern ist klar, dass die Gäste drüben auf der anderen Straßenseite das Schauspiel zu schätzen wissen. Besonders eine Gruppe einheimischer Alkoholfreude grölt begeistert zwischen den vorbeifahrenden Autos hindurch (na ja, so viele Autos waren es nicht, es ging), und nach dem Konzert füllt sich der Hut beim Abklappern der Tische durchaus zufriedenstellend. Dann sind wir eingeladen: Nicht auf der Restaurantterasse, sondern an die drei Tischchen am Gehsteig, die von den Lokaltrinkern okkupiert sind. Wir schlürfen zwei, drei Drinks und bleiben auf eine Pizza, verstehen uns besonders mit einem von ihnen recht gut, auch wenn die Kommunikation in vier Sprachen erfolgt – Italienisch, Englisch, Französisch, Spanisch – und wir teilweise auf den Google-Übersetzer zurückgreifen müssen. Unser Gönner ist selbst mal mit Rucksack durch Europa gereist, zu Fuß von Italien bis Portugal, und erzählt uns von seinen Abenteuern. Nachdem zwei seiner Kollegen ohne sich zu verabschieden oder zu bezahlen in die Binsen gegangen sind, sitzen wir noch eine Weile zu Dritt da, ehe unser neuer Freund nach gefühlt zwölf Bier auf sein Motorrad steigt und nach Hause fährt. Wir packen’s ebenfalls und schütteln belustigt und erfreut den Kopf über den skurrilen Auftritt und seinen Nachgang.

Platzregen am Gardasee

Nächstentags fahren wir nach Arco. Schon auf der Fahrt beteuert Manu, das hier sei die landschaftlich schönste Gegend Europas, und die Szenerien vor dem Autofenster geben ihr Recht. In Arco selbst entscheiden wir uns gegen den kostenpflichtigen Betonparkplatz in der City und suchen nach einem wilden Stellplatz außerhalb. Wieder landen wir im Wein, 20 Fußminuten vom Stadtzentrum entfernt und nahe der tobelnden Sarca. Die Nähe zu Gewässern ist vor allem (aber nicht nur) Renan ein stetes Anliegen, denn das Straßenmusizieren entlockt ihm bei den meist herrschenden Hochsommertemperaturen regelmäßig literweise Schweiß, und nichts geht ihm über ein Bad in einem kalten Fluss, je kälter desto besser.

Der Platz scheint perfekt. Nach einer kleinen Erkundungstour und einer Planscherei machen wir uns auf in die Stadt. Leider findet dort eine Art Mottowoche mit Bühnenprogramm statt, und der kleine Marktplatz wird von großen Lautsprechern tontechnisch ungünstig überbeschallt. Das lässt uns nicht viele Möglichkeiten – aber wir finden einen Platz in der Fußgängerzone, der einigermaßene Ruhe bietet, und später noch einen zweiten am Eingang des Ortskerns. Arco ist unheimlich sympathisch, das kommt nicht nur während der Straßenmusiknummern raus. Auch draußen auf dem Land baumelt die Seele; eine Flusswanderung lässt uns eintauchen in die ländlichen und naturnahen Vorstadtgebiete, und lässt Manu eintauchen in den Fluss, als sie auf einem rutschigen Stein kurz den Halt verliert. Zum Glück ist es immer noch sehr warm – und Maja freut sich wie Bolle, auf unserem Streifzug dabei zu sein, auch wenn wir sie teilweise an der Leine ziehen müssen, weil sie sonst von der Flussströmung mitgerissen wird. Nach der Rückkehr genießen wir nochmals unsere FKK-Schwimmstelle mit Naturwhirlpool, dann machen wir uns auf zu einem nahen Restaurant, wo wir gern heute Abend gegen Verpflegung und Hut spielen möchten.

Die gute Nachricht vorweg: Die Restaurantchefin sagt zu und wir verabreden uns für 21 Uhr. Die schlechte Nachricht braut sich ab ca. 19 Uhr am Himmel zusammen: Dunkle Wolken, Wind und ein paar erste Regentröpfchen. Um 20:30 Uhr gewittert es so heftig und nass, dass wir mit dem Camper zum Restaurant fahren müssen – unser Buggy und unser Regenschirm würden uns nicht ansatzweise ausreichend Schutz bieten. Damit der Regen unseren Camper nicht unter Wasser setzt, liegt der Campingtisch auf der kaputten Dachluke – der ist schwer genug, um nicht vom Wind davongetragen zu werden. Manu musss nur entsprechend vorsichtig fahren.

Auf den paar Metern vom Parkplatz zum Restaurant sind wir bereits semi-durchnässt, doch das Equipment bleibt dank Taschen und Tüten trocken. Vor Ort herrscht Ratlosigkeit und ein wenig Hektik: Ob des Regens muss das Restaurant mit Absagen und Umbuchungen von draußen nach drinnen umgehen und wir stehen erst einmal etwas zu lange nur herum. Als der Regen irgendwann nachlässt, kommt der Vorschlag, wir sollten uns draußen vor einer von einem Vordach geschützten Tischgruppe aufbauen, dort würde gleich eine große Gesellschaft eintreffen, die sich sicher über Musik freuen würden.

Gesagt, getan. Aber so einfach ist das mit dem Auftreten dann doch nicht: Eine Pause, um die Bestellungen aufzunehmen, zwei Pausen wegen aktuter Geburtstagslieder, eine weitere Pause zum Servieren – es will sich kein Flow einstellen, und als es erneut anfängt aus Kübeln zu schütten, erklären wir das Unterfangen für gescheitert. Geld ist keines im Hut, gegessen haben wir auch nichts, aber immerhin hat uns der nette Wirt beim Warten mit schmackhaftem Bier und edlem Rum verwöhnt, und bei den gehobenen Getränkepreisen des Etablissements war das ein immerhin außergewöhnlicher Luxus, den wir uns sonst nicht hätten leisten können.

Leider reißt die Misere nicht ab: Leicht verkühlt und klamm erreichen wir den Camper, doch statt einer erholsamen Mütze Schlaf bekommt Renan es mit Durchfall zu tun und verbringt einen Teil der Nacht in der Hocke im Regen im Gebüsch – zumindest für die Mücken ein lohnenswertes Stelldichein.

Bevor wir weiterfahren, studieren wir am nächsten Tag die Wetterkarten – das war genug Regen für uns sonnenverwöhnte Dachlukenlose. Südtirol möchten wir gern bei gutem Wetter genießen. Und genau dorthin wenden wir uns im nächsten Beitrag – möchtest du mitreisen, dann abonniere gern diesen Blog, schau dir unsere Instagram-Highlights an (spoiler alert!), klick dich in unserer Youtube-Playlist und sei Teil unserer Reise. Wer uns etwas in den Hut schmeißen möchte, aber aus Raumzeitkontinuumsgründen nicht kann – das geht auch digital: paypal.me/renancengiz. Danke und auf bald!

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English translation starts here

Attention: The English version is an automated translation by Deepl.com with slight edits. That makes it a longer read for you with less work on our side. We hope it has turned out well enough. MAKE SURE TO LOOK AT AND WATCH THE PHOTOS AND VIDEOS ABOVE!

Please note: By the time you read this, we’ll (unfortunately!) be back in Germany. Blogging on the road is not half as fast as creating Instagram stories. Still, in the next few days the travel diary will be completed, so stay tuned!

Près du pont d’Avignon – Joy and despair

In Avignon, we put ourselves on a camping site to properly clean stuff up: Us, our dishes and part of our laundry – the part that is not located stinking in a yellow bag in the roof box. You indeed need less stuff than you think. In the late afternoon we check out Avignon: A free ferry takes us to the proper riverside, then we explore the old town. As is so often the case, our first stop is a small store where we stock up on drinks for the evening – café and pub visits are usually not in the budget, instead it’s the really cheap stuff at the bottom of the supermarket shelves. We then look for a nice spot to play and find it in front of a locked side entrance to Notre Dame des Doms d’Avignon Cathedral. Somehow it turns out to be a bad hair day: Renan’s voice is still not fit, the euro coins don’t want to flow and after the tough set we don’t find another suitable spot at first. We take a break – dinner: Baguette and some really very bad tasting sweet wine cocktail for under two euros to the liter. While Renan is taking a leak, Manu and Maja get a visit from a French family, whose dog is also called Maja. It doesn’t quite work out with the communication, but essentially the enthusiastic Frenchmen repeat the name of the two dogs rapturously: Maja, Maja! When Renan returns, they are already gone, but are to play a saving role later in the evening …

We try another set at the Place du Palais. During the first song, one guitar side cracks, and while changing it, Renan accidentally kneels in his drinking cup, loses his balance, and the guitar lands ungently on the cobblestones. Renan’s moral descends a floor and a half. The inelegant string change is followed by another change of location, and a hundred meters further south, closer to the roadside, at least a few songs succeed, to which there is also little response – until Manu hears familiar voices: Maja, Maja! That the dogs‘ namesake is now complemented by street music drives the family’s rapture to new heights, and they present us with a generous tip in the hat. Shortly after, another string breaks and Renan gives up exasperated: Since Albenga, the strings break far too often, something is rotten in the state of Denmark and we make the plan to visit a guitar builder tomorrow, no matter what the cost. As beautiful as Avignon is, a well-rounded evening is something else; we walk back to the campsite and pull up stakes in the morning.

With new strings into the wine

A few kilometers from Avignon, in the village of Vedène, hidden in a backyard, is the workshop of the Guitare Brothers – our first choice after a scan of the Google map. Even as we park, we have a good gut feeling: this is where the crows fly backwards, the place radiates a calmness that is also evident in the maestro’s face. Although he has little time right now, he gives us a few slices of the same, inspects the guitar, locates the problem and gives instructions on how to solve it – with some sandpaper, the right technique, patience and other strings. „Alors, I have tried all the strings for over thirty years, today I only use these, seulmente,“ he explains and puts a set of BlackSmith strings into our hands. We take two right away. Then we drive out into the country in search of a wild campsite by the water.

After a short drive, we find ourselves in the middle of a large wine-growing area. We follow a river, the Cèze, rest at the beautiful Cascades du Sautadet – natural gorges, whirlpools and waterfalls in the course of the river, which the stream has carved into the white limestone over millennia for a width of 500 meters – and find a place to spend the night that is not listed on any map. On the contrary, the beach – listed on Google as a „playground“ – is documented with hair-raising reviews about horrible people drowning children and throwing stones at them, presumably a measure to protect the spot from tourists. We spend a quiet night and smile at the horror stories; the next day we tack to the bed of the next river, the Ouvèze, and find an even more secret beach at Bédarrides. Here Berta can stand right on the riverbed – we walk naked through the wilderness, bathe in the clear water and don’t want to leave.

Recall to the Garfagnana

Until Renan receives a message: „Hi, this is Daniela. Are you around here these days? Can you play at my farm tomorrow?“ Daniela runs an agriturismo (farm vacation) in Bagni di Lucca, a community at the foot of those Italian mountains we said goodbye to a good three weeks ago. But it’s beautiful there – even Heinrich Heine wrote of Bagni di Lucca that he „never saw a more charming valley.“ In addition, a good tip, a free parking space and food is granted. We take counsel with our pillows, then we set off the next day – just down to the sea, a good 650 kilometers along the coast and back into the Italian Garfagnana between Massa and Pisa.

We reach the Agriturismo Pian di Fiume in the evening, and when we hike over the huge grounds towards the breakfast buffet in the morning sun (20 minutes up the mountain in serpentines) we like very much what we see – a real farm idyll, very chic and comfortably prepared for tourism. The gig is scheduled for the afternoon, down on the meadow is a small festival, with a rag fair for antiques, various food stalls – and two hours of live music. After breakfast Renan prepares his guitar, and lo and behold, after a little grinding in the right places and the new strings, it not only feels better, it also sounds primo again. So the concert can succeed – we set up and start on time.

Radiohead – Creep

A good two hours later, after some conversations with interested listeners and the boss of the house and after the promised food, we sit in front of the camper and do ourselves well. Especially Manu deserves a little relaxation after the tour de force, and Daniela has offered us to stay one more night. We celebrate a small party, such as only love couples can do, and sleep in for a long time. Afterwards we are drawn back to the mountains – in a few days Renan has the opportunity to give a guest performance at a concert evening in Montefegatesi, so we head for our old pitch at the viewpoint and rest for two more days. Then it’s off to the village in the evening, Renan gets a slot opening for mezzo-soprano Barbara, who is booked for the evening along with drag queen & country performer Polly and pianist and singer David Pedley Burns. After the show of the main acts Renan gives an additional small unplugged concert for all those who do not want to go home yet – a few impressions of the evening are captured in pictures and sound on the Facebook page of the village.

Pavarotti at the gas station

Before we get too settled – we’ve already been offered a house – we’re heading further north. Sometime towards the end of the month, this trip will unfortunately also end for us – at least for a while. But first we’re off to our next stop: Modena. We’re going overland in the right direction, hike a bit on the way and spend the night at the edge of a field near Riolunato with a wonderful view over the valley. The next day Modena is not far away, a parking place is found quickly and we do our busking routine. It sounds nuts, but again it proves: the small towns, the homey venues in hotels and restaurants work better than the streets of the big cities. After all, Modena has nice corners, too, and it’s a little uplifting to sing in the city of Luciano Pavarotti.

The next day, things are more beautiful and bizarre in Crone, a hicksville on the shores of Lago d’Idro. Manu tries to persuade a pizzeria to let us have a concert for the guests sitting outside in the evening. The bosses are reluctant: They are not allowed to play music, not even from the radio, because that would entail an additional tax levy. Since there aren’t really any alternatives to the pizzeria, Manu negotiates a deal with the pizza people to play a concert from across the street – next to a gas station that, fortunately, has already closed. It’s such an absurd scenario that it’s cool again, and an experience Pavarotti has probably never had in that way. After just a few songs, it’s clear that the guests across the street appreciate the spectacle. In particular, a group of local alcohol enthusiasts excitedly bawl between the passing cars (well, there weren’t that many cars, it was fine), and after the concert the hat fills up quite satisfactorily as the tables are canvassed. Then we are invited: Not on the restaurant terrace, but to the three little tables on the sidewalk, occupied by the local drinkers.

We have two or three drinks and stay for a pizza, getting along quite well with one of them in particular, even though communication is in four languages – Italian, English, French, Spanish – and we sometimes have to resort to the Google translator. Our patron has been backpacking through Europe himself once, on foot from Italy to Portugal, and tells us about his adventures. After two of his colleagues have left without saying goodbye or paying, we sit there for a while as a group of three before our new friend gets on his motorcycle after what feels like twelve beers and drives home. We’re also off and shake our heads in amusement and delight at the bizarre performance and its aftermath.

Pouring rain at Lake Garda

The next day we drive to Arco. During the drive, Manu affirms that this is the most gorgeous scenery in Europe, and the views outside the car window prove her right. In Arco itself we decide against the paid concrete parking lot in the city and look for a wild pitch outside. Again we end up in the vines, 20 minutes on foot from the city and close to the gurgling Sarca. Proximity to bodies of water is a constant concern for Renan in particular, as busking regularly elicits liters of sweat from him in the usually prevailing high midsummer temperatures, and nothing beats a dip in a cold river, the colder the better.

The place seems perfect, after a little exploration and a bath we head into town. Unfortunately, there is a kind of theme week with stage program, and the small marketplace is sonically over-sounded by outsize speakers in an unfavorable way. That doesn’t leave us many options – but we find a place in the pedestrian zone that offers some peace and quiet, and later a second one at the entrance to the town center. Arco is incredibly appealing, and this is not just evident during busking. Out in the countryside, too, the soul dangles; a riverbed hike lets us dive into the rural and natural suburban areas, and lets Manu dive into the river when she briefly loses her footing on a slippery stone. Fortunately, it is still very warm – and Maja is jubilent to be on our foray – even though we have to tow her on the leash part of the time, because otherwise she would be carried away by the river current. After returning, we enjoy our nudist swimming spot with its natural whirlpool once again, then we head off to a nearby restaurant where we’d like to play for food and tips tonight.

The good news ahead: The restaurant chef agrees and we arrange to meet at 9 pm. The bad news is brewing in the sky from about 7 pm: Dark clouds, wind and a few first rain drops. At 8:30 p.m. it is storming so heavily and wet that we have to drive to the restaurant with the camper – our buggy and our umbrella would not offer us sufficient protection. To prevent the rain from flooding our camper, the camping table lies on the broken roof hatch – it is heavy enough not to be carried away by the wind. Manu just has to drive carefully.

On the few meters from the parking lot to the restaurant we are already semi-drenched, but the equipment remains dry thanks to bags and sacks. On site there is helplessness and a little hectic: Because of the rain, the restaurant has to deal with cancellations and rebookings from outside to inside and we stand around for a little too long. When the rain subsides at some point, we are suggested to set up outside in front of a group of tables protected by a canopy, where a large company is about to arrive who would surely be happy to have some music.

Said, done. But then it’s not that easy with the appearance: A break to take the orders, two breaks because of current birthday songs, another break to serve – no flow wants to set in, and when it starts raining pitchforks again we declare the venture failed. At least we got four very tasty beers and two rums while waiting, and given the establishment’s upscale drink prices, that was at least an extraordinary luxury we couldn’t have afforded otherwise. The misery does not end: Slightly chilled and clammy we reach the camper, and instead of a restful cap of sleep Renan gets it to do with diarrhea and spends part of the night squatting in the rain in the bushes – at least a worthwhile rendezvous for the mosquitoes.

Before we go on, we study the weather maps the next day – that has been enough rain for us sun-drenched roofhatchless people. We would like to enjoy South Tyrol in good weather. And that’s exactly where we’d like to take you in the next post. Do you want to come along and join us on our trip? Then feel free to subscribe to this blog, check out our Instagram highlights (spoiler alert!), hit our Youtube playlist and be part of our journey. If you want to throw something in our hat but can’t due to space-time continuum reasons – you can do that digitally: paypal.me/renancengiz. Thanks and see you soon!

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Frankreich, Spanien und ein Trekkiger Tiger – Tripping Europe Without Money 10

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Wenn du das hier liest, sind wir (leider!) schon wieder zurück in Deutschland. Das Bloggen von unterwegs geht nicht halb so schnell von der Hand wie das Füllen von Instagram-Stories. In den nächsten Tagen wird das Reisetagebuch dennoch vervollständigt werden, also bleib dran!

Frankreich: Musik in Montpellier

Nach einer Nacht auf einem merkwürdigen, aber sehr günstigen Campingplatz oberhalb der Obstplantagen von Santa Stefano al Mare überqueren wir die Grenze zu Frankreich. Wir sind verabredet: In Montpelier treffen wir Sohn Emil a/k/a Trekkiger Tiger, der seit einigen Wochen per Zug und pedes durch Europa tingelt. Die Familienzusammenführung erfolgt auf einem Parkstreifen in einem Wohngebiet, das als sicher gilt; davon ab haben wir keinen Platz zum Stehen gefunden, auf dem nicht vehement vor Einbrüchen gewarnt wird.

Sofort ziehen wir los, packen den Buggy mit Verstärker, Mikroständer, Gitarre, Kabellage, Wechselklamotten, Schweißhandtuch, Schildern und Getränken und machen uns gemeinsam auf den Weg in Richtung City. Unser erster Stopp ist eine Kreuzung mit ein paar Eckkneipen, und die wirklich sehr schönen Gässchen und das Szeneflair des Viertels tragen zur gelösten Stimmung bei. Offenbar dinieren dort aber überwiegend Student*innen und junge Leute von hier, weswegen nicht viel Geld im Hut landet. Der nächste Spot ist umso besser: Ein freier Platz inmitten eines Us aus Tischen, eine regelrechte Bühne mit 200 oder mehr Speisenden und Trinkenden als Publikum. Ein Mitarbeiter gibt uns das Okay und wir spielen verstärkt gegen den geselligen Grundpegel an. Die anschließende Hutrunde ist deutlich befriedigender und der Applaus zeitweise atemberaubend. Allerdings ist das Carré begehrt: Während Renan spielt, wird Manu von einem einheimischen Feuerspucker angezockt, der „seinen Platz“ beansprucht. Mit diplomatischem Geschick hält die Verhandlungsspezialistin ihn ein wenig hin und nach erfolgtem Konzert reden wir nochmals kurz, schauen uns seine Show an und trennen uns im Guten. Ein drittes Set auf einem Springbrunnenrand in Richtung des Außenbereichs einer Bar beschert uns die Bekanntschaft eines Darbukaspielers, der uns versichert, dass wir in diesem Teil der City noch lange nicht am Ende der Montpellierer Fahnenstange angelangt seien, es gebe andere Plätze, auf denen sich die Touris tummelten, und da müssten wir hin. Das klingt verlockend, aber wir wollen weiter, und so brechen wir am nächsten Morgen auf – nicht ohne Lust, noch einmal zurückzukommen.

Übrigens, hier einmal eine exemplarische Morgenroutine: Wir scannen die Gegend um unseren Camper nach Möglichkeiten uns zu waschen und Trinkwasser aufzufüllen, in diesem Fall finden wir beides im Sanitärhäuschen eines nahen Friedhofs. Mit einem 31 Jahre alten Camper unterwegs zu sein, bedeutet nicht, den Luxus moderner Urlaubskarossen zu genießen. Strom gibt es oft nur bei laufendem Motor, der Wassertank bleibt meist leer, die Leitungen sind alt und vieles funktioniert nicht mehr richitg. Uns reicht das, es bedeutet aber auch, dass wir im ständigen Abenteuermodus leben – manche mag das stressen, uns gefällt’s. Immerhin haben wir zum Laden der Handys und anderer USB-Geräte tragbare Solarmodule an Bord.

Frankreich: Sérignan, Saint-Cyprien – Abenteuer am Strand

Die doch recht rudimentären Umstände, in denen wir leben, bewegen uns dazu, ab und zu einen Campingplatz anzusteuern. Das tun wir auch in Frankreich: Wir finden einen schnuckeligen solchen in Sérignan Plage – zu so günstigen Konditionen, dass wir gleich zwei Nächste bleiben. Der Hake ist bloß: Das nächste Städtchen, Portiragnes, mit einer kleinen Promenade und touristischen Einkaufsgasse, ist Luftlinie gut zwei Kilometer entfernt, und der einzige längenvertretbare Fußweg führt den Strand entlang. Um dort die Straße zu beschallen müssen wir unseren Buggy also durch den Sand schieben. Das probieren wir am Abend aus und schaffen es auch irgendwie – um dann in Portiragnes festzustellen, dass die Gitarre keinen Saft hat, das Batteriefach hat sich irgendwie verzogen und es herrscht ein Wackelkontakt, der mehr wackelt als kontaktet. Also bleiben Verstärker und Co. im Buggy und Renan spielt akustisch, zunächst in der Einkaufsgasse, dann auf dem belebten Markplatz (von dem wir sofort vertrieben werden – ohne bezahlten Stand geht hier nichts) und schließlich auf dem Zuweg, der Einkaufsgasse und Markt verbindet. Hier werden wir von einem Mann angesprochen, der sich als Mitglied der Marktgenossenschaft ausgibt und begeistert – und eventuell etwas alkoholisiert – fragt, ob Renan im nächsten Sommer zur Hauptsaison auf dem Markt spielen wolle, gegen Bezahlung versteht sich. Wir sagen nicht nein, freuen uns über die Komplimente und tauschen den Kontakt. Das war nicht die erste Frage nach einem festen Arrangement, und der Gedanke, im nächsten Jahr eine etwas geplantere Südeuropatour vorzunehmen, gewinnt an Kraft.

Nach einem entspannten Tag am Campingplatz und Strand versuchen wir es am Abend direkt vor Ort – immerhin gibt es in Sérignan Plage mehrere Campingplätze, einen Tabakladen und zwei weitere Shops, die wir uns mal ansehen wollen. Leider herrscht dort tote Hose. Aber wir geben nicht auf: Warum nicht mal am Wasser musizieren? Klar: Geld werden hier nur wenige dabeihaben, die Akustik ist schwierig – weitläufiges Gelände, Wind und Wellengeräusche –, aber wer nicht wagt … Tatsächlich ernten wir zunächst zwar viele freundliche Blicke und ein angenehmes Maß an Applaus, aber nur sehr wenige Euros. Da wir die Campingplatzmiete wieder einspielen müssen, geben wir nicht auf – und wie es das Schicksal will, läuft uns eine Familie aus Deutschland in die Arme, deren Papa sich als großer John-Frusciante-Fan herausstellt und entsprechend baff ist, am Strand dieses winzigen Städtchens ausgerechnet Interpretationen seines Lieblingskünstlers live zu genießen. Überhaupt scheint sich sein Musikgeschmack mit Renans gehörig zu überschneiden, das Paar und ihre beiden Kinder bleiben lange stehen und hören zu, und honorieren das Überraschungskonzert mit der entscheidenden Spende, die den Abend auch für uns zu einem Erfolg macht – die Kosten des Tages sind drin! Zufrieden kehren wir zurück zum Campingplatz.

Jetzt brauchen wir dringend wieder echten Rummel. Unser Tagesziel lautet daher Saint-Cyprien Plage, wo wir einen günstigen Stellplatz am Yachthafen finden, nur einige hundert Meter vom Bar- und Restaurantviertel entfernt. Wir spielen vier unverstärkte Hutkonzerte: eines direkt am Straßenrand der Flaniermeile, eines auf einem Blumenkübel stehend vor einer Eisdiele, eines im überdachten Außenbereich eines Restaurants – wo wir zuzüglich zum Hutgeld eine doppelte Portion Pommes und einen Mojito gereicht bekommen – und ein letztes Konzert am Straßenrand. Ganz so locker wie gedacht scheint den hiesigen Touris die Kohle nicht zu sitzen, doch knapp 60 Euro sind immerhin im Hut gelandet. Und Renan ist mal wieder heiser, was bedeutet, dass für mindestens 36 Stunden die Stimme geschont wird.

John Frusciante – Beginning Again

Spanien: Provinz Girona – Stadt, Land, Fluss

Der nächste Tag ist ein Reisetag, außerdem zieht es uns mal wieder in die Natur und weg vom Meer. Unser nächstes Ziel liegt bereits hinter der Spanischen Grenze nahe Girona, irgendwo in der Pampa am Ter. Hinter der Spanischen Grenze legen wir uns Vorräte in einem dieser steuervergünstigten Supermärkte an: Ein 5-Kg-Snackmix-Eimer (Renan ist völlig aus dem Häuschen), Chips, Wein und Bier für die Erwachsenen und Saft und Eistee für Hermine.

Unser Ziel haben wir mit der sehr bekannten App Park4Night ausgeguckt – auf der Googlekarte, die wir mittlerweile oft lieber nutzen, ist nur wildes Gelände ohne Zufahrt zu sehen. Das Navi führt uns durch einen Regenkanal zwischen Feldern hindurch, dann über einen schmalen Waldweg und schließlich direkt ans Flussbett. Zwei weitere Wagen verbringen hier die Nacht mit uns, einer davon vollgepackt (also: sehr!) mit Jugendlichen, der andere bewohnt von einer jungen Familie. Während die Jugendlichen aussehen, als wollten sie Erfahrungen mit illegalen Drogen sammeln, stellt sich später heraus, dass sie zum Fischen hier sind. Wir schwimmen, faulenzen und genießen die Natur. Eine besonders ungewöhnliche Erfahrung machen wir hier mit der Polizei, die am späten Abend in diesem entlegenen Gebiet Streife fährt: Statt uns wie befürchtet wegzuschicken, wünschen sie uns eine angenehme Nacht und weisen lediglich daraufhin, dass nicht mehr als eine Übernachtung geduldet wird. Nachts gesellt sich ein weiterer Wagen hinzu, deren Bewohner*innen wir am nächsten Morgen kennenlernen: Ein reiselustiges Pärchen aus Frankreich mit einem großen Hund, den Maja ausnahmsweise sogar ein kleines bisschen interessant findet. Normalerweise reagiert sie mit kalter Schulter auf alle Annährungsversuche.

Erholt und aufgetankt brechen wir am nächsten Tag auf nach Girona. Die Stadt wäre für Straßenmusik gut geeignet, doch Renans Stimme ist immer noch lädiert, also bleibt es bei Stadtbummelbestrebungen. Am Stellplatz bleiben wir nicht, der befindet sich auf dem Dach einer Tiefgarage, und die weit über 30°C Außentemperatur fühlen sich auf dem Asphalt nach noch mehr an. Girona ist schön, finden wir alle, aber ein Tag ist dann auch genug. Am Abend regnet es. Das zwingt uns dazu, uns mit einem Problem auseinanderzusetzen: Bertas vordere Dachlukenklappe ist vor einigen Tagen fliegen gegangen, war nicht richtig verschlossen und wurde vom Fahrtwind aus der Fassung gerissen. Wir improvisieren mit einem Warnschild, das wir einfach obenauf legen. Dem mäßigen Wind und Regen der Nach hält es stand. Das reicht uns erst einmal – bevor es eine bessere Lösung braucht, fahren wir lieber dem Regen aus dem Weg.

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Emil, der einen Zug in Richtung Saragossa nimmt; von dort setzt er den Treck gemeinsam mit seiner Partnerin Amelie fort, den legendären Fernwanderweg GR10 entlang. Wer mehr darüber erfahren will, möge sich mit den beiden gutstellen, sie haben ihre Abenteuer mit ihren Insta-Freunden geteilt.

Wir haben indes wieder die Nase voll von Großstadt und fahren in die Provinz. Genauer: Steuern das Anwesen einer Kommune an, die nicht nur von Hühnern, Eseln und Ackerbau lebt, sondern auch von einer Art Anarchozeltplatz. Som Pujarnol nennt sich das Kollektiv, lebt auf einem alten Gehöft mit einer Wehrkirche, deren Turm trotz seines Alters noch erklommen werden kann. Unser Plan, hier im Austausch für Musik zu stehen, stößt nicht auf maximale Gegenliebe, offenbar sind alle zu beschäftigt für ein Konzert, aber Hilfe können sie trotzdem gebrauchen. Also machen wir konventionelles Work-and-travel: Aufräume, Putzen und ein paar hilfreiche Handgriffe auf dem Anwesen. Hier lernen wir auch ein junges deutsches Pärchen kennen, das im VW-Bus Ignaz ebenfalls relativ planlos durch Europa und Nordafrika vagabundiert, derzeit auf der Suche nach einem Anwesen für ein Campingplatzprojekt. Wir verstehen uns nicht nur menschlich, sondern auch tierisch: In ihrem Rüden findet Maja einen Freund, was nicht oft passiert.

Einer der derzeitigen Bewohner der Kommune ist ebenfalls Straßenmusiker; derzeit allerdings hauptberuflich Papa und nur in der Region unterwegs. Von ihm kommt der Tipp, Besalú zu besuchen. Eigentlich brauche man eine Lizenz und es gebe dort eine sehr fiese Person beim Ordnungsamt, aber die habe um 15 Uhr Feierabend und danach könne man schalten und walten. Das klingt vernünftig, also machen wir uns als nächstes auf in die mittelalterliche Stadt. Dort stehen wir relativ romantisch auf einem Schotterplatz neben den Müllcontainern; ganz im Kontrast dazu stehen die alten Mauern der mindestens 700 Jahre jungen Bogenbrücke Pont Vell, auf der Fußgänger*innen über den Rió Fluvià in den denkmalgeschützten historischen Ortskern gelangen historische Stadtzentrum gelangen. In Sachen Baukunst und -komposition gilt das alte Besalú als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte in Katalonien. Wir sind gaz verzaubert, spielen erst auf der Brücke (dazu gibt es ein Insta-Live), dann – auf Einladung einiger Händlerinnen und Händler – auf dem kleinen Platz hinter der Pont Vell, dann noch einmal auf der Brücke. Finanziell kommt nicht viel dabei herum, aber die Menschen, allen voran die singende Maria vom Käsestand, heißen uns herzlich willkommen und machen die Arbeit zum Vergnügen.

Abends entbrennt zwischen Manu und Renan nicht zum ersten Mal eine Diskussion über den Umgang mit Geld, die im Konsens endet, Limits zu setzen, unter die wir nicht fallen möchten, damit der Nachhauseweg oder ebentuelle Sonderausgaben bestreitbar bleiben. Allerdings markiert die kommende Nacht auch den Monatswechsel in den August, und uns wird bewusst, dass wir die Halbzeit bereits hinter uns haben. Bis Portugal zu fahren, oder weiter die Spanische Küste hinunter, müssen wir uns leider abschminken. Hermine muss bald wieder in die Schule, kann sich aber gut vorstellen, mit dem Zug zu fahren, vorausgesetzt wir finden eine unkomplizierte und komfortable Verbindung. Zum ersten Mal steht das Thema des Nachhausekommens im Raum, und erfreut stellen wir fest, dass wir – also Manu und Renan – lieber unbegrenzt weiterfahren würden. In dieser Hinsicht ist unser Experiment jetzt schon ein Erfolg: Das Berufsbild Irgendwas-mit-Straßenmusik funktioniert für uns, das Zusammenleben auf engem Raum ebenfalls, und das Heute-hier-morgen-dort-Gefühl ruft in uns beiden eine angenehme Entspannung hervor. Egal wann wir nach Hause fahren – wir werden sicher wieder aufbrechen, und vielleicht ja irgendwann für immer …

Frankreich – von JWD zum TGV

Fürs Erste steht der Plan: Hermine wird in drei Tagen mit dem TGV von Avignon über Frankfurt a.M. und Duisburg nach Hause reisen, also drehen wir bei und fahren die Festlandroute zurück nach Frankreich. Manu und Berta fahren durch bis Leucate Plage, wo wir uns einen Tag Strand gönnen (die Strände in Frankreich sind wirklich die besten), dann geht es weiter nach Marseillan Plage. Hier sammeln wir wieder sehr schöne Straßenmusik-Erfahrungen – mitten im Touri-Gewimmel spielt Renan in drei ausgedehnten Sets einen guten Betrag ein, wird von tanzenden Kindern, einer jungen Ballerina und viel Applaus begleitet und hat am Ende wieder keine Stimme mehr. Das kommt davon, wenn man sich nicht richtig aufwärmt – Renan macht sich gute Vorsätze … Für den Abendausklang lädt Hermine Manu zu einer halsbrecherischen Fahrt auf einem Überkopf-zur-Seite-hoch-und-runter-Dings im örtlichen Lunapark ein.

Am nächsten Tag geht’s nach einem Stadtbummel weiter nach Avignon TGV – der Fernzugbahnhof liegt außerhalb der Stadt und wir finden einen verblüffend günstigen und gar nicht mal so schlechten Stellplatz auf einer überdachten Parkfläche in Bahnhofsnähe. Hermines Zug geht am nächsten Morgen – wir kaufen Proviant ein, dann heißt es packen und schlafen. Einige Träume später geht es ans Abschiednehmen: Nach sechs Wochen mit Hermine und zweitweise Emil werden wir nun mit Maja allein im Camper sein. Das ist ungewohnt, aber auch nicht das schlimmste, das einem reiselustigen Liebespaar passieren kann … Nachdem Hermine in den Zug gestiegen ist, nehmen wir Kurs auf Avignon City. Nach Renans Stimmschontag ist es wieder Zeit, Stimme und Gitarre auf belebte Straßen zu tragen – wie das lief und was danach geschah, davon handelt der nächste Teil.

Darin: Rückkehr nach Italien; Sturzflut am Gardasee; der FC Bayern München in einem Dorf in Südtirol; ein Wiedersehen mit Emil, ein Restaurant am Bibisee und vieles mehr! Du möchtest alles wissen? Dann komm mit auf unseren Trip! Abonniere gern diesen Blog, schau dir unsere Instagram-Highlights an (spoiler alert!), klick dich in unserer Youtube-Playlist und sei Teil unserer Reise. Wer uns etwas in den Hut schmeißen möchte, aber aus Raumzeitkontinuumsgründen nicht kann – das geht auch digital: paypal.me/renancengiz. Danke und auf bald!

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English translation starts here

Attention: The English version is an automated translation by Deepl.com with slight edits. Thath makes it a longer read with less work on our side. We hope it has turned out well enough. MAKE SURE TO LOOK AT AND WATCH THE PHOTOS AND VIDEOS ABOVE!

By the time you read this, we’ll ( unfortunately!) be back in Germany. Blogging on the road is not half as fast as creating Instagram stories. Still, in the next few days the travel diary will be completed, so stay tuned!

France: Music in Montpellier

After a night at a strange but very cheap campsite above the orchards of Santa Stefano al Mare, we cross the border to France. We have an appointment: In Montpelier we meet up with son Emil a/k/a Trekkiger Tiger, who has been touring Europe by train and on foot for the past few weeks. The family reunion takes place on a parking strip in a residential area that is considered safe; apart from that, we have not found a place to park where there are no vehement warnings about burglaries.

We immediately set off, packing the buggy with amplifier, mic stand, guitar, cables, clothing, sweat towel, signs and drinks, and set off together in the direction of the city. Our first stop is a crossroads with a few corner pubs, and the very nice alleys and the scene flair of the neighborhood contribute to the relaxed mood. Apparently, it’s mostly local students and young people who dine there, which is why there’s little money in the hat. The next spot is just better: a free square in the middle of an U of tables, a veritable stage with 200 or more diners and drinkers as an audience. A staff member gives us the okay and we play up against the gregarious base level. The subsequent round of hats is much more satisfying and the applause, at times, breathtaking. However, the carré is coveted: while Renan plays, Manu is tapped by a local fire-breather who claims „his spot“. With diplomatic skill, the negotiator stalls him a bit and after the concert we talk again briefly, watch his show and part on good terms. A third set on the edge of a fountain in the direction of the outdoor area of a bar brings us the acquaintance of a darbuka player, who assures us that we are far from the end of the Montpellier flagpole in this part of the city, there are other places where the tourists cavort, and that’s where we have to go. That sounds tempting, but we want to go on, and so we leave the next morning – not without the desire to come back again.

By the way, here is an exemplary morning routine: We scan the area around our camper for possibilities to wash ourselves and fill up drinking water, in this case we find both in the sanitary house of a nearby cemetery. Being on the road with a 31 year old camper does not mean enjoying the luxury of modern vacation cars. Electricity is often only available when the engine is running, the water tank is usually empty, the pipes are old and many things no longer work properly. That’s enough for us, but it also means that we live in constant adventure mode – some people might find that stressful, but we like it. At least we have portable solar panels on board to charge our cell phones and other USB devices.

France: Sérignan, Saint-Cyprien – Adventures on the beach

The quite rudimentary circumstances in which we live make us go to a campground from time to time. That’s what we do in France: We find a nice one in Sérignan Plage – at such favorable conditions that we stay for two nights. The only hitch is that the nearest town, Portiragnes, with its small promenade and tourist shopping alley, is a good two kilometers away as the crow flies, and the only footpath of any reasonable length leads along the beach. So to be able to fill the street with sound there, we have to push our buggy through the sand. We try this in the evening and somehow manage it – only to find out in Portiragnes that the guitar has no power, the battery compartment has somehow deformed and there is a loose contact that wobbles more than makes contact. So amplifier and co. stay in the buggy and Renan plays acoustically, first in the shopping alley, then on the busy marketplace (from which we are immediately expelled – without a paid booth nothing works here) and finally on the access road that connects shopping alley and market. Here we are approached by a man who claims to be a member of the market cooperative and enthusiastically – and possibly a bit alcoholic – asks if Renan would like to play at the market next summer during peak season, for a fee of course. We do not say no, are pleased with the compliments and exchange contact. This was not the first time we asked for a firm arrangement, and the thought of doing a somewhat more planned South Europe tour next year gains strength.

After a relaxing day at the campsite and beach, we decide to risk an attempt in the direct vicinity this evening – after all, there are several campsites, a tobacco boutique and two other stores in Sérignan Plage that we want to take a look at. Unfortunately, there is nothing going on. But we don’t give up: Why not busk at the water? Of course, only a few people will have money with them, and the acoustics are difficult – a vast area, wind and the noise of the waves – but no risk, no reward, right? In fact, we initially receive many friendly looks and a pleasant amount of applause, but only very few euros. Since we have to recoup the campground rent, we don’t give up – and as fate would have it, a family from Germany runs into us, whose dad turns out to be a big John Frusciante fan and is correspondingly flabbergasted to be able to enjoy interpretations of his favorite artist live on the beach of this tiny town, of all places. In general, his musical taste seems to overlap with Renan’s, the couple and their two children stay and listen for a long time, and reward the surprise concert with the decisive donation that makes the evening a success for us as well – the costs of the day are covered! Satisfied, we return to the campsite.

Now we urgently need real hustle and bustle again. Our destination for the day is therefore Saint-Cyprien Plage, where we find an inexpensive parking space at the marina, only a few hundred meters from the bar and restaurant district. We play four unamplified hat concerts: one directly at the roadside of the promenade, one standing on a flower bucket in front of an ice cream parlor, one in the roofed outdoor area of a restaurant – where we get a double portion of chips and a mojito in addition to the hat money – and a last concert at the roadside. It seems that the local tourists don’t have as much money as we thought, but almost 60 Euros ended up in the hat. And Renan is hoarse again, which means that his voice will be spared for at least 36 hours.

John Frusciante – Beginning Again

Spain: Province of Girona – Riverside, Townside, Countryside

The next day is a travel day, moreover, it draws us once again into the nature and away from the sea. Our next destination is already behind the Spanish border near Girona, somewhere in the boondocks at the Ter. Across the border, we stock up at one of those tax-sheltered supermarkets: A 5-kilogram snack mix bucket (Renan is completely out of his mind), chips, wine and beer for the adults, and juice and iced tea for Hermine.

We have looked out our destination with the very well-known app Park4Night – on the Google map, which we now often prefer to use, there is only wild terrain without access. The navi leads us through a rain channel between fields, then along a narrow forest path and finally directly to the river bed. Two more cars spend the night here with us, one of them filled (that is: very much filled!) with youngsters, the other inhabited by a young family. While the youths look like they want to gain experience with illegal drugs, it later turns out that they are here to fish. We swim, lounge and enjoy nature. We have an unusual experience with the police here, who patrol this remote area late in the evening: Instead of sending us away as we had feared, they wish us a pleasant night and simply point out that no more than one overnight stay will be tolerated. At night we are joined by another car, whose occupants we get to know the next morning: a couple from France who enjoy traveling with a large dog, which Maja, for once, even finds a little bit interesting. Normally she reacts with a cold shoulder to all attempts to approach her.

Recovered and refueled, we set off the next day for Girona. The city would be good for street music, but Renan’s voice is still damaged, so we stick to city strolling. We don’t stay at the parking lot, which is on the roof of an underground garage, and the well over 30°C outside temperature feels like even more on the asphalt. Girona is beautiful, we all agree, but one day is enough. In the evening it rains. This forces us to deal with a problem: Berta’s front roof hatch went flying a few days ago, wasn’t closed properly, and was torn from its socket by the airstream. We improvise with a warning sign that we simply put on top. It withstands the moderate wind and rain of the night. That’s enough for us for now – before we need a better solution, we prefer to drive out of the way of the rain.

The next morning we say goodbye to Emil, who takes a train to Zaragoza; from there he continues the trek together with his girlfriend Amelie, along the legendary long-distance trail GR10. If you want to know more about it, get in touch with the two, they have shared their adventures with their Insta-friends.

Meanwhile, we’ve had enough of the big city again and are heading to the provinces. More precisely, we head for the estate of a commune that lives not only from chickens, donkeys and agriculture, but also from a kind of anarchist campsite. Som Pujarnol is the name of the collective, living on an old farmstead with a fortified church whose tower can still be climbed despite its age. Our plan to stand here in exchange for music does not meet with maximum favor, apparently everyone is too busy for a concert, but they can still use help. So we do conventional work-and-travel: tidying up, cleaning, and a few helpful handles on the property. Here we also get to know a young German couple, who are also vagabonding relatively haphazardly through Europe and North Africa in their Volkswagen bus named Ignaz, currently looking for a property for a campsite project. We do not only get along on a human but also on an animal level: Maja finds a friend in their male dog, which does not happen often.

One of the current residents of the municipality is also a street musician; at the moment, however, he is a full-time dad and only travels in the region. He gives us the tip to visit Besalú. Actually, you need a license and there is a very nasty person at the law enforcement agency, but they are off duty at 3 p.m. and after that you can do what you want. That sounds reasonable, so we set off for the medieval town next. There, we stay relatively romantically on a gravel parking lot next to the garbage containers; quite in contrast to this are the old walls of the at least 700-year-old arched bridge Pont Vell, on which pedestrians reach the historic city center across the Rió Fluvià, which is protected as a historic monument (the center, not the river). In terms of architecture and composition, the old Besalú is considered one of the best preserved medieval towns in Catalonia. We are quite enchanted, playing first on the bridge (there is an Insta-Live for this), then – at the invitation of some merchants – on the small square behind the Pont Vell, then again on the bridge. Financially, not much comes of it, but the people, especially singing Maria from the cheese stand, welcome us warmly and make the work a pleasure.

In the evening, not for the first time, a discussion breaks out between Manu and Renan about the handling of money, which ends in the consensus to set limits below which we do not want to fall, so that the way home or any special expenses remain deniable. However, the coming night also marks the turn of the month into August, and we realize that we have already passed the midway point. Unfortunately, we have to forget about driving to Portugal or further down the Spanish coast. Hermine has to go back to school soon, but she can well imagine going by train, provided we find an uncomplicated and comfortable connection. For the first time, the topic of getting home comes up, and we are pleased to find that we – that is, Manu and Renan – would prefer to continue driving indefinitely. In this respect, our experiment is already a success: the job description of something-with-street-music works for us, living together in a confined space does as well, and the today-here-tomorrow-there feeling evokes a pleasant relaxation in both of us. No matter when we go home – we will surely leave again, and maybe sometime for good …

France – Rattletrap meets bullet train

For now the plan is set: Hermine will travel home in three days with the TGV from Avignon via Frankfurt on Main and Duisburg, so we turn around and take the mainland route back to France. Manu and Berta drive through to Leucate Plage, where we treat ourselves to a day at the beach (the beaches in France are really the best), then we continue to Marseillan Plage. Here we gather some very nice street music experiences again – in the middle of the tourist throng Renan grosses a good amount in three extended sets, is accompanied by dancing children, a young ballerina and a lot of applause and at the end has no voice again. That’s what happens when you don’t warm up properly – Renan makes good intentions … Meanwhile Hermine invites Manu for a neck-breaking carnival-ride at the local amusement park.

The next day, after a stroll through the city, we continue to Avignon TGV – the long-distance train station is outside the city and we find an amazingly cheap and not so bad parking space on a covered parking area near the station. Hermine’s train leaves the next morning – we buy supplies, then it’s time to pack and sleep. Some dreams later it’s time to say goodbye: After six weeks with Hermine and secondly Emil, we will now be alone in the camper with Maja. This is unusual, but also not the worst thing that can happen to a couple who love to travel … After Hermine has boarded the train, we set course for Avignon City. After Renan’s voice protection day, it’s time again to carry voice and guitar on busy streets – how that went and what happened afterwards, that’s what the next part is about.

Therein: return to Italy; flash flood at Lake Garda; FC Bayern Munich in a village in South Tyrol; a reunion with Emil, a restaurant at Lake Bibi and much more! You want to know everything? Come along and join us on our trip! Feel free to subscribe to this blog, check out our Instagram highlights (spoiler alert!), hit our Youtube playlist and be part of our journey. If you want to throw something in our hat but can’t due to space-time continuum reasons – you can do that digitally: paypal.me/renancengiz. Thanks and see you soon!

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Veröffentlicht in Tripping Europe Without Money

Pisa, Garfagnana, Ligurien – Tripping Europe Without Money 9

Scroll to end for English translation!

Wenn du das hier liest, sind wir (leider!) schon wieder zurück in Deutschland. Das Bloggen von unterwegs geht nicht halb so schnell von der Hand wie das Füllen von Instagram-Stories. In den nächsten Tagen wird das Reisetagebuch dennoch vervollständigt werden, also bleib dran!

Pisa

Ein Betonparkplatz in Pisa, Bullenhitze und Mücken bis zum Abkotzen. Zwei Lichtblicke: In der Stadt des schiefen Turms werden wir wieder Mucke vor vielen Menschen machen und werden Renans Nichte Roberta und ihre Freundin Judith treffen, die gerade ebenfalls durch Europa work-and-travelen. Draußen in den Gassen zwei Erkenntnisse: Die Polizie mag keine Verstärker und die Italiener*innen sind weit weniger gebefreudig als wir das aus Deutschland gewohnt sind. Straßenmusik scheint hier einfsch nicht so’n Ding zu sein; drei Sets in Pisa bringen so viel ein wie eines in Düsseldorf oder Heidelberg, und bei Set zwei werden wir von den Carrabinieri zurechtgewiesen, auf den Verstärker zu verzichten.

Immerhin verläuft das Treffen mit Roberta und Judith wie geplant, die beiden begleiten uns auf unseren musikalischen Streifzügen und wir tauschen Reisegeschichten, Pläne und Empfehlungen aus. Abends im Camper lesen wir auf der Website eines weltweit gereisten Straßenmusikers, dass Italien generell zu den schwierigsten Pflastern gehören soll, er begründet das mit unklaren Regeln, willkürlichen Polizisten und wenig Verdienst. Ziemlich groggy von der Hitze und den Mücken beschließen wir die Biege zu machen und verlassen die Stadt nach ein paar Stunden schlechten Schlafs am nächsten Morgen.

Garfagnana: Bugnano – Rauch und Ruinen

Aber wohin nun? Angenehmere Temperaturen, weniger Mücken und entspannte Menschen findet man meist in den Bergen, und die fangen in Gestalt der Garfagnana in der Provinz Lucca gleich hinter Pisa an. Das Hineinkommen gestaltet sich bloß schweriger als gedacht: dreimal scheitern wir an zu starker Steigung, zu engen Straßen oder zu tiefen Brücken, bis wir schließlich ein befahrbares Sträßlein in Richtung Ruderi di Bugnano finden, ein verlassenes Dorf nahe Lugano-Monti di Villa. Ein Einheimischer, der uns mit seinem 4×4-Pickup überholt, kennt das Dorf zwar nicht, meint aber, die Straße sei für uns trotz ausgeschilderter Breitenbeschränkung befahrbar. Ist sie auch, zumindest für Manu; die meisten Menschen hätten wahrscheinlich die Nerven verloren.

Oberhalb der Ruinenstadt bleiben wir an einer Anzweigung stehen. Kommen wir mit dem Camper da runter? Und falls nicht, kommen wir wieder rauf? Renan steigt aus und scoutet; schon die zweite Serpentine ist zu eng und steil, das wird nichts. Derweil muss Manu die Straße freigeben, die der Camper blockiert – und fährt die steile Abzweigung auf gut Glück bis zur ersten Kurve hinab. Die Frage, ob wir da wieder rauf kommen werden, wird sich also im Experiment beantworten. Jetzt suchen wir erst einmal die Ruinen von Bugnano.

Bugnano war eines von drei bewohnten Dörfern der Region Monti di Villa. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 983, aufgegeben wurde das Dorf wegen seiner ungünstigen Lage im Jahr 1832 und wird seither Stück um Stück vom Wald verschluckt. Irgendwie beruhigend zu sehen, wie schnell sich die Natur den Raum zurückerobert, wenn der Mensch sich zurückzieht … Wir erkunden die Geisterstadt und streichen um die Reste der einstmals rund 40 romanisch gebauten Häuser, vergessen den Camper für eine Weile und tauchen in die Vergangenheit.

Dann setzt Manu an, rückwärts den Hang hinaufzufahren. Hermine, Maja und Renan bleiben draußen, um das Gewicht zu drosseln. Die Chance, dass der Wagen unbeschadet oben ankommt, liegt gefühlt bei 50 Prozent – die Kupplung raucht und Manu muss alle paar Meter anhalten, damit der Schmu etwas abkühlen kann. Die 50 Meter sind eine Zitterpartie, aber nach einer halben Stunde ist’s geschafft Berta, so heißt der Camper übrigens, und Manu sind einfach ein fantastisches Team! Eine knappe Stunde stehen wir noch am Rand der engen Straße und lassen die Kupplung und den Motor abkühlen, dann visieren wir den nächsten Parkplatz an, den wir auf der Karte finden können.

Abrauchpause für Berta

Garfagnana: Montefegatesi & Orrido di Botri

Wie sich nach 20 Minuten Kurverei auf der engen Bergstraße herausstellt, werden wir mit dem schönsten Stellplatz der Welt belohnt – ein Aussichtspunkt mit Blick auf das Bergdorf Montefegatesi und mit einer Picknickbank, perfekt zum Runterkommen, Erholen und Entspannen.

Schon bei unserem ersten Besuch in Montefegatesi und dem ersten zaghaften Musikversuch bemerken wir, dass das Dorf irgendwie anders ist. Schnell lernen wir Menschen kennen, die uns nicht nur über die Geschichte und Eigentümlichkeiten der alten Siedlung in Kenntnis setzen, sondern uns auch einladen, Teil der Feierei zu werden. So kommt es, dass Renan nur wenige Tage nach unserer Ankunft ganz offiziell auf dem Dorfplatz spielt, allein und sogar ein wenig mit der Band, die für den Abend organisiert ist. Wieder ergeben sich neue Kontakte, und wir freuen uns sehr über Einladungen zum Essen, in einen privaten Pool und zu weiteren Konzerten und Kulturabenden. Wir fühlen uns wohl in diesem Kompaktdorf, das außerhalb der Saison herade einmal 170 Einwohner*innen ausfweist, die auf 840 Höhenmetern auch den rauen Jahreszeitrn trotzdem. Und über allem thront eine Statue Dante Alighieris, der die umgebende Landschaft als Vorlage für Teile seiner Götttlichen Komödie herangezogen haben soll.

„Die Originalität und Besonderheit von Montefegatesi findet sich in der freimaurerischen Bewegung des freien Denkens wieder, die in vielen Familien durch die Auswanderer verbreitet wurde. Der freie Denker wird nur bei seinem Begräbniss als solcher erkannt, das in enger konfessionsloser Form ohne den üblichen Begräbnissritus  durchgeführt wird und der Sarg mit der Fahne der Bewegung des freien Geistes  bedeckt zu Grabe getragen wird. Montefegatesi hat außerdem Dante Alighieri ein Denkmal auf dem höchsten Punkt des Dorfes errichtet. Es wurde 1908 mit den Spenden der Auswanderer Montefegatesis aus Amerika errichtet. Die Büste ist ein Werk des Bildhauers F. Petroni aus Lucca. Vom Standort des Denkmals aus kann man ein wunderschönes Panorama mit den Bergen Rondinaio, Tre Potenze, Mosca, Pratofiorito und Coronato bewundern. Eine andere Eigenschaft von Montefegatesi ist, dass unter den Einwohnern, vor allem den älteren, eine nicht gewöhnliche Kenntnis der klassischen Literatur , der Texte von Omer, Virgilio, Dante und Ariosto vorhanden ist, die während den winterlichen Abendunterhaltungen praktiziert und erlangt wurde. Erbe dieser Lesungen sind die Taufnamen vieler Einwohner, wie z.Bsp. Anchise. Aiace, Creso, Egeo, usw.“

Quelle: „Montefegatesi“ auf BagniDiLuccaTerme.info; https://www.bagnidiluccaterme.info/de/argomento/Paesi-di-Bagni-di-Lucca/Montefegatesi.html

Beim Erkunden der Umgebung stößt Manu auf einen Canyon, der in einem Bergtal hinter Montefegatesi mit Naturschönheiten lockt. Eigentlich wollten wir zurück ins Flachland, denn das einzige, was uns hier oben fehlt, ist ein beschwimmbares Gewässer. Doch nach einer mückenintensiven, heißen Nacht am Fluss Lima bei Fornoli zieht es uns zurück in die Berge und wir steuern den Canyon an, Orrido di Botri.

Die freundliche Besitzerin des einzigen Lokals am Platz erlaubt es uns, unser Riesenwohnmobil auf eine Art Picknickplatz hinterm Haus zu stellen und sagt ja zu unserem Angebot, Musik für die Gäste zu machen. Insgesamt zwei Hutkonzerte spielt Renan dort in den paar Tagen unseres Aufenthalts, im Gegenzug gibt’s großzügige Bewirtung, einen kalten Bergfluss und atemberaubende Natur, die wir über die Zeit erwandern.

Am Abend vor dem zweiten Konzert, zwei Tage vor unserer endgültigen Abreise aus diesem wundervollem Flecken in der Garfagnana, sind wir zum Pizzaessen nach Montefegatesi eingeladen, verbunden mit einem Abschiedskonzert für die Gäste des Circolo, der einzigen Gastronomie im Dorf. Die Menschen hier sind überwiegend herzlich und gerade die eingeborenen, alteingesessenen Montefegatesianer umspielt eine verschmitzte Freiheit – eine Freiheit, die tief in das philosophische Selbstverständnis des Dante-Dörfchens eingegraben ist. „Your freedom ends at the tip of my nose“, fasst Matheo zusammen, der mit seiner Frau aus dem Süden der USA hierher ausgewandert ist und in dessen Pool wir schwimmen durften. Menschen aus Australien, Großbritannien, anderen Teilen Italiens, Deutschlands und von anderswo leben hier mit den Montefegatesianer*innen. „Es ist komisch, aber das Dorf scheint sich seine Menschen zu suchen, nicht umgekehrt“, sagt Lucia aus Deutschland, die uns mit ihrem Mann zur Pizza ausgeführt hat. Nach dem Konzert und einem Absacker wandern wir durch die glühwurmerhellte Nacht zurück in den Canyon.

Hier spielen wir tags darauf das letzte Konzert und brechen am nächsten Morgen die Zelte ab – so schön das alles ist, wollen wir weiter, Strecke machen, Welt sehen und endlich mal am Meer sein. Obwohl längst klar ist: Schöne Flecken gibt es überall, und hetzen sollte man sich nun wirklich nicht, ist unser nächstes Ziel Finale Ligure. Das ist zwar ein gutes Stück die Küste runter, aber davor finden wir keine guten und bezahlbaren Optionen für einen Seegang.

Jane’s Addiction – Slow Divers

Ligurien: Finale Ligure

Manu zieht durch: Wir fahren die Küste entlang, machen über Nacht Pause auf einem Autohof bei Varazze und erreichen an Tag 33 das Meer bei Finale Ligure. Unser Stellplatz ist direkt am Wasser, über dicke Steine geht es mit etwas Geschick im die Salzfluten. Der bezahlte Platz hat sogar Duschen und WCs, purer Luxus also – abgesehen davon, dass wir eng an eng mit anderen Campern auf Asphalt stehen. Jetzt genießen mir mal ein wenig, und alle haben echt Lust auf Pizza.

Um Maut und Sprit und die Platzmiete und die Pizza zu kompensieren, steht – nach den besonderen Konzerten in der Garfagnana – mal wieder klassische Straßenmusik auf dem Programm. Mit reduzierten Erwartungen (Pisa war eine Lektion in Genügsamkeit) suchen wir uns zunächst einen Platz an einer Straßenecke im Zentrum. Tatsächlich liegt die finanzielle Ausbeute eher im Pisa’schen Mittelfeld, aber die Menschen machen das wieder wett: Eine Frau bleibt stehen und hört sichtlich gerührt unter Tränen zu, erzählt in einer Pause, dass ihr Mann ebenfalls Gitarrist und Sänger war und vor wenigen Tagen gestorben ist – sie erkennt ihn in Renan wieder und es entsteht ein sehr besonderer Moment der Vertrautheit und des Trostes unter völlig Fremden. Ein Rosenverkäufer, selbst mindestens so mittellos wie wir derzeit, schenkt Manu eine Rose und setzt sich zu ihr. Die Besitzer*innen der Lädchen und Restaurants hören zu und nehmen Anteil, und eine weitere Frau ist zu Tränen gerührt und muss von ihren Angehörigen behutsam weitergezogen werden – aus Gründen, die wir nie erfahren werden. „Das war eins der besten Sets, die du je gespielt hast“, sagt Manu. Und Renan ist, wie immer bei diesem Bullenwetter, nassgeschwitzt bis auf die Unterhose. „Ich geh mich eben umziehen und frischmachen, dann spielen wir noch ne Runde.“ Gesagt, getan, und während Renan zum Stellplatz schlurft, lernt Manu einen Straßengaukler kennen, der uns einlädt, am nächsten Tag zu ihm und seinen Kolleg*innen – allesamt fahrendes Künstlerpack – zu stoßen und Teil der Truppe zu werden. Was für Aussichten!

Das zweite Set am Lungomare vor einem Restaurant endet trotz herzlichen Zuspruchs, insbesondere des Lokalpersonals, verfrüht, weil innert kurzer Zeit zwei Saiten reißen umd es für die zweite keinen Ersatz mehr gibt. Wir erkundigen uns nach einem Gitarrenladen – doch der nächste ist ein paar Städte entfernt. Damit steht ein Plan für morgen: Neue Saiten kaufen, dann zurück nach Finale und zu unseren neuen Freunden aus dem Straßenshowbusiness.

Ligurien: Camper-Crash in Albenga

Der Gitarrenladen befindet sich in Albenga. Auf dem Weg dorthin beginnt Berta zu schwächeln: Die Batterieleuchte leuchtet, die Tank- und Temperaturanzeige spinnt. Während Renan im Laden ist, parkt Manu auf einem kleinen Parkplatz in der Nähe, und als alle wieder in der Berta sitzen, will das alte Mädchen nicht mehr zünden. Manu kontaktiert den ADAC, nach viel Warterei und einem missglückten Reparaturversuch vor Ort ist klar: Wir müssen uns ein Zimmer nehmen, Berta wird am nächsten Tag abgeschleppt werden. Dank der ADAC-Plus-Versicherung bedeutet das aber nicht das Aus unseres Experimemts: Die Übernachtungs- und Mechanikerkosten trägt der ADAC, wir werden voraussichtlich nur die Materialkosten begleichen müssen. Wie viel das ist, ist schwer zu sagen. Wir nehmen das Ganze gelassen und freuen uns auf drei Nächte BnB in Albenga. Sollte Berta dann nicht fit sein, müssen wir wohl oder übel aufs Zelt oder Couchsurfing umsteigen, denn Unterkünfte in unserem Budgetrahmen gibt es weit und breit keine.

Berta kann nicht mehr – Endstation Albenga.

Glück im Unglück: Das gewählte BnB und Albenga im Allgemeinen entpuppen sich als Volltreffer. Unser Gastgeber ist selbst ein Globetrotter und mal mit dem Fahrrad zum Nordkap gefahren, und Albenga ist ein Kleinod, was Kunst und Kultur anbelangt. Das Städtchen hat einfach einen guten Vibe und sogar ein paar nette Ecken für Straßenmusik. Es ist übrigens auch nicht zu verachten, mal wieder in einem geräumigen Doppelbett mit Smart-TV zu übernachten, eine eigene Dusche zu haben und alle sonstigen Annehmlichkeiten der postindustriellen, sesshaften Zivilisation.

Die Leute in Albenga sind cool und herzlich. Man merkt: Hier hat kaum jemamd viel, aber viele schmeißen zumindest ein paar Cents in den Hut, sogar viele sehr junge Leute, was uns in Finale Ligure schon aufgefallen war. Und vor der Kulisse der alten Stadt macht das Spielen sowieso Spaß, auch wenn die Wertschätzung wieder überwiegend nicht-materieller Natur ist.

Fleetwood Mac – Landslide

Am Wochenende ist Ausnahmezustand in Albenga. Es ist Palio-Zeit, und ein Mittelaltermarkt säumt die Festivitäten, in denen die historischen Stadtviertel in bunten Spielen gegeneinander antreten. Das ist einerseits ziemlich cool, andererseits nimmt uns das die Möglichkeit, Straßenmusik zu machen. Und da wir mangels Küche nicht kochen können, fallen unsere Pizzakosten höher als gewöhnlich aus. Zum Glück willigt ein Lokal, das etwas außerhalb der Altstadt liegt, in einen Musik-gegen-Verpflegung-Deal ein. Renan spielt eine gute halbe Stunde für die Gäste im Außenbereich, dafür gibt’s Pizza und eigentlich auch Wein – aber den lässt ein deutsches Pärchen springen, bevor das Lokal überhaupt etwas auftischt. Wir verbringen den Abend nach dem Konzert an ihrem Tisch und freuen uns über eine Einladung zur Finnischen Sauna in Süddeutschland bei nächster Gelegenheit.

Abends im BnB treffen wir im Atrium des BnB-Gebäudes auf eine kleine Palio-Aftershow-Gesellschaft, bestehend aus Akteur*innen der hiesigem Kulturszene. Schnell entsteht eine Jam-Session mit den anwesenden Musikern und der Abend endet mit einer Einladung, im nächsten Jahr auf dem Musikfestival der Stadt als Bühnengast aufzuspielen. Außerdem gibt es kaltes Bier vom Fass. Ein überaus gelungener Abschied!

Am Samstag packen wir unsere sieben Sachen und hecken einen Plan aus, Berta abzuholen, die vier Städte weiter repariert nahe der Werkstatt steht. Der Plan geht so: Manu fährt mit Maja mit dem Zug und läuft vom Bahnhof zur Werkstatt, Hermine und Renan fahren die gut 20 Kilometer mit dem Rad, wobei Hermine Manus E-Bike reitet und Renan mit seinem Treck-MTB den Anhänger mit unseren sieben Sachen und Hermines Fahrrad zieht. Im Grunde ein guter Plan, doch während der Fahrt stellen Hermine und Renan fest, dass es die meiste Zeit bergauf geht, ein permanenter Gegenwind weht und die Alternativroute zur Hauptstraße, die die Radwander-App vorschlägt, über sehr sportliche, sehr enge und teilweise unbefahrbare Hochgebirgssträßchen führt, die für Renan nicht zu schaffen sind. Drei Stunden, einige Liter Schweiß und drei Dutzend gerissene Nerven später sind wir dann trotzdem alle wieder vereint: Manu und Maja warten schon bei Berta, Hermine und Renan rollen ein, und der Trip kann weitergehen.

Ausblick

Der nächste Reiseabschnitt führt uns nach Frankreich und von dort weiter nach Spanien, wo wir einen sehr vertrauten Wandersmann treffen, der uns ein Stück begleiten wird. Du möchtest wissen, was dort passiert? Dann komm mit auf unseren Trip! Abonniere gern diesen Blog, schau dir unsere Instagram-Highlights an (spoiler alert!), klick dich in unserer Youtube-Playlist und sei Teil unserer Reise. Wer uns etwas in den Hut schmeißen möchte, aber aus Raumzeitkontinuumsgründen nicht kann – das geht auch digital: paypal.me/renancengiz. Danke und auf bald!

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English translation starts here

Attention: The English version is an automated translation by Deepl.com with slight edits. Thath makes it a longer read with less work on our side. We hope it has turned out well enough. MAKE SURE TO LOOK AT AND WATCH THE PHOTOS AND VIDEOS ABOVE!

By the time you read this, we’ll ( unfortunately!) be back in Germany. Blogging on the road is not half as fast as creating Instagram stories. Still, in the next few days the travel diary will be completed, so stay tuned!

Pisa

A concrete parking lot in Pisa, bull heat and mosquitoes till you drop. Two rays of hope: In the city of the leaning tower we will make music in front of many people again and will meet Renan’s niece Roberta and her friend Judith, who are currently also work-and-traveling through Europe. Out in the alleys two realizations: The police don’t like amplifiers and the Italians are much less munificent (money-wise) than we are used to from Germany. Street music doesn’t seem to be a thing here; three sets in Pisa bring in as much as one in Düsseldorf or Heidelberg, and at set two we are reprimanded by the Carrabinieri to do without the amplifier.

At least the meeting with Roberta and Judith goes as planned, they accompany us on our musical wanderings and we exchange travel stories, plans and recommendations. In the evening in the camper, we read on the website of a world-traveled street musician that Italy in general is supposed to be one of the most difficult places, he justifies this with unclear rules, arbitrary policemen and little earnings. Pretty groggy from the heat and the mosquitoes we decide to make the turn and leave the city after a couple of hours of bad sleep by morning.

Garfagnana: Bugnano – smoke and ruins

But where to go now? More pleasant temperatures, fewer mosquitoes and relaxed people are usually found in the mountains, and they start in the form of the Garfagnana in the province of Lucca just behind Pisa. Getting there turns out to be more difficult than we thought: on three occasions we fail because the slope is too steep, the roads too narrow, or the bridges too deep, until we finally find a passable little road in the direction of Ruderi di Bugnano, an abandoned village near Lugano-Monti di Villa. A local, who overtakes us in his 4×4 pickup, doesn’t know the village, but thinks that the road is passable for us despite the signposted width restriction. It is, at least for Manu; most people would probably have lost their nerve.

Above the ruined city we stop at a junction. Can we get down there with the camper? And if not, can we get back up? Renan gets out and scouts; looking at the second serpentine, it’s already too narrow and steep, it’s not going to work. Meanwhile, Manu has to clear the road that the camper is blocking – and drives down the steep turnoff to the first bend on spec. So the question whether we will get back up there will be answered in an experiment. Now we are looking for the ruins of Bugnano.

Bugnano was one of the three inhabited villages of the Monti di Villa region. The first documented mention dates back to 983, abandoned in 1832 because of its unfavorable position, the village has since been swallowed up piece by piece by the forest. Somehow reassuring to see how quickly nature reclaims the space when man retreats … We explore the ghost town and brush around the remains of the once about 40 Romanesque-built houses, forget the camper for a while and dive into the past.Then Manu starts to drive backwards up the slope. Hermine, Maja and Renan stay outside to keep the weight down. The chance of the car arriving at the top unharmed feels like 50 percent – the clutch smokes and Manu has to stop every few meters to let the machine cool down a bit. The 50 meters are a nail-biter, but after half an hour it’s done Berta, which is the name of the camper by the way, and Manu are simply a fantastic team! For about an hour we stand at the edge of the narrow road and let the clutch and the engine cool down, then we aim for the next parking lot that we can find on the map.

Garfagnana: Montefegatesi & Orrido di Botri

As it turns out after 20 minutes of winding along the narrow mountain road, we are rewarded with the most beautiful pitch in the world – a viewpoint overlooking the mountain village of Montefegatesi complete with a picnic bench, perfect for winding down, relaxing and recharging our batteries.

From our first visit to Montefegatesi and our first tentative attempt at music, we notice that the village is somehow different. We quickly get to know people who not only tell us about the history and peculiarities of the old settlement, but also invite us to become part of the celebration. So it happens that only a few days after our arrival Renan officially plays on the village square, alone and even a little bit with the band that is organized for the evening. Again, new contacts are made and we are very happy to receive invitations to dinner, to a private pool and to more concerts and cultural evenings. We feel at home in this compact village, which in the off-season has just 170 inhabitants, who live at an altitude of 840 meters, even in the harshest of seasons. And above it all is a statue of Dante Alighieri, who is said to have used the surrounding landscape as a model for parts of his Divine Comedy.

„Montefegatesi was particular for its Freethinker Movement used by lots of families brought by the emigrants.The founder of this movement became well known only on the day of his funeral when his coffin was brought to the cemetery drapped with a white flag of the ‚Association of the Freethinker‘. Montefegatesi has also dedicated a monument to Dante Alighieri on top of the village it was built in 1908 by a sculptor of Lucca F. Petroni, where this monument is placed theres a fantastic view of Monte Rondinaio, delle Tre Potenze, il Mosca, Pratofiorito and il Coronato. Another characteristic of the village is that a lot of the old people had a fair knowledge of classic literature from Omero, Virgilio, Dante and Ariosto. From these readings they have heritage forenames of many local people like Anchise, Aiace, Creso and Egeo. There are also monuments to Garibaldi and Vittorio Emanuele.“

Source: „Montefegatesi“ on BagniDiLuccaTerme.info; http://www.bagnidiluccaterme.info/en/argomento/Paesi-di-Bagni-di-Lucca/Montefegatesi.html

While exploring the surroundings, Manu comes across a canyon that beckons with natural beauty in a mountain valley behind Montefegatesi. Actually, we wanted to return to the lowlands, because the only thing missing up here is a swimmable body of water. But after a mosquito-ridden, hot night on the Lima River near Fornoli, we are drawn back to the mountains and head for the canyon, Orrido di Botri.The friendly owner of the only restaurant at the place allows us to put our giant camper on a kind of picnic area behind the house and says yes to our offer to play music for the guests. Renan plays a total of two hat concerts there in the few days of our stay, in return we get generous hospitality, a cold mountain river and breathtaking nature, which we explore over time.The evening before the second concert, two days before our final departure from this wonderful part of Garfagnana, we are invited to Montefegatesi for a pizza dinner, combined with a farewell concert for the guests of the Circolo, the only restaurant in the village. The people here are mostly warm, and the native, long-established Montefegatesians in particular have a mischievous freedom about them – a freedom that is deeply ingrained in the philosophical self-image of the Dante village. „Your freedom ends at the tip of my nose,“ sums up Matheo, who emigrated here with his wife from the southern United States and in whose pool we were allowed to swim. People from Australia, Great Britain, other parts of Italy, Germany and elsewhere live here with the Montefegatesians. „It’s funny, but the village seems to seek out its people, not the other way around,“ says Lucia from Germany, who took us out for pizza with her husband. After the concert and a nightcap, we walk back to the canyon through the firefly-lighted night.

Here we play the last concert the next day and strike camp the next morning – as beautiful as all this is, we want to continue, cover distance, see the world and finally be at the sea. While it has long become clear that there are beautiful spots everywhere, and you really shouldn’t be in a hurry, our next destination is Finale Ligure. That’s a good bit down the coast, but we can’t find any good and affordable options for a seaside getaway up ahead.

Liguria: Finale Ligure

Manu pushes through: We drive along the coast, take a night break at a car port near Varazze and reach the sea at Finale Ligure on day 33. Our campsite is directly at the water, over thick stones and with a little skill it leads into the salty tide. The paid place even has showers and toilets, pure luxury thus – apart from the fact that we stand close to close with other campers on asphalt. Now we relax a little bit and all of us really crave for pizza.In order to compensate for the toll and the gas and the pitch rental and the pizza, classical street music is once again on the agenda – after the special concerts in the Garfagnana.

With reduced expectations (Pisa was a lesson in frugality) we first look for a place on a street corner in the center. In fact, the financial yield is rather in Pisa’s midfield, but the people make up for it: a woman stops and listens visibly moved with tears, tells in a pause that her husband was also a guitarist and singer and died a few days ago – she recognizes him in Renan and there is a very special moment of familiarity and comfort among complete strangers. A rose seller, himself at least as destitute as we are at the moment, gives Manu a rose and sits down with her. The owners of the shops and restaurants listen and sympathize, and another woman is moved to tears and has to be gently pulled away by her relatives – for reasons we will never know. „That was one of the best sets you’ve ever played,“ Manu says. And Renan, as always in this bull weather, is sweating wet down to his underpants. „I’ll just go change and freshen up, then we’ll play another round.“ No sooner said than done, and while Renan shuffles off to the campsite, Manu meets a street performer who invites us to join him and his colleagues – all of them traveling artists – the next day and become part of the troupe. What a prospect!

The second set at the Lungomare in front of a restaurant ends early, despite warm encouragement, especially from the local staff, because within a short time two strings break and there is no replacement for the second. We ask around for a guitar store – but the next one is a few towns away. So we have a plan for tomorrow: buy new strings, then back to Finale and our new friends from the street show business.

Liguria: Camper crash in Albenga

The guitar store is located in Albenga. On the way there, Berta starts to weaken: the battery light is on, the fuel and temperature gauges are goofing. While Renan is in the store, Manu parks in a small parking lot nearby, and when everyone is back in the Berta, the old girl won’t fire up. Manu contacts the ADAC, after a lot of waiting and a failed repair attempt on the spot it is clear: We have to get a room, Berta will be towed the next day. Thanks to the ADAC-Plus insurance, however, this does not mean the end of our experiment: The ADAC will pay for the overnight stay and mechanic costs, we will probably only have to pay for the material costs. How much that is, is hard to say. We take the whole thing calmly and look forward to three nights BnB in Albenga. If Berta should not be fit then, we must change willy-nilly to the tent or Couchsurfing, because accommodations in our budget frame there are far and wide none.Luck of the draw: The chosen BnB and Albenga in general turn out to be a hit. Our host is a globetrotter himself and once biked to the North Cape, and Albenga is a gem in terms of art and culture. The town just has a good vibe and even a few nice corners for street music. By the way, it’s not to be sneezed at to sleep in a spacious double bed with smart TV, have your own shower and all the other comforts of post-industrial, sedentary civilization.

The people in Albenga are nice and warm. One realizes: hardly anyone has much here, but many throw at least a few cents into the hat, even many very young people, which we had already noticed in Finale Ligure. And against the backdrop of the old town, playing is fun anyway, even if the appreciation is again mainly non-material.

This weekend there’s bedlam in Albenga. It’s Palio time, and a medieval market lines the festivities, in which the historic districts compete against each other in colorful games. On the one hand, this is pretty cool, but on the other, it deprives us of the opportunity to play street music. And since we can’t cook for lack of a kitchen, our pizza costs are higher than usual. Fortunately, a restaurant just outside the old town agrees to a music-for-food deal. Renan plays a good half hour for the guests in the outside area, in return there’s pizza and actually also wine – but a German couple jumps for it before the restaurant even serves anything. We spend the evening after the concert at their table and are happy about an invitation to the Finnish sauna in southern Germany on the next opportunity.

In the evening at the BnB we meet a small Palio aftershow society in the atrium of the BnB building, consisting of protagonists from the local culture scene. A jam session quickly develops with the musicians present and the evening ends with an invitation to play as a stage guest at the city’s music festival next year. There is also cold beer on tap. An extremely successful farewell!

On Saturday we pack our seven things and hatch a plan to pick up Berta, who is repaired four towns away near the workshop. The plan goes like this: Manu takes the train with Maja and walks from the station to the workshop, Hermine and Renan ride the good 20 kilometers by bike, with Hermine riding Manu’s e-bike and Renan pulling the trailer with our seven things and Hermine’s bike with his trek MTB. Basically a good plan, but during the ride Hermine and Renan realize that it’s uphill most of the time, there’s a permanent headwind blowing and the alternative route to the main road suggested by the cycling app leads over very sporty, very narrow and partly impassable high mountain roads that are not manageable for Renan. Three hours, several liters of sweat and three dozen torn nerves later, we are nevertheless all reunited: Manu and Maja are already waiting at Berta’s, Hermine and Renan roll in, and the trip can continue.

Outlook

The next leg of the journey will take us to France and from there on to Spain, where we will meet a very familiar wanderer who will accompany us for a bit. You want to know what happens there? Come along and join us on our trip! Feel free to subscribe to this blog, check out our Instagram highlights (spoiler alert!), hit our Youtube playlist and be part of our journey. If you want to throw something in our hat but can’t due to space-time continuum reasons – you can do that digitally: paypal.me/renancengiz. Thanks and see you soon!

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Veröffentlicht in Tripping Europe Without Money

Heavy Metal, Polizei und endlich Ausland – Tripping Europe Without Money 8

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Seit einigen Tagen haben wir nur schlechtes oder gar kein Internet – sorry, dass es mit neuen Beiträgen derzeit länger dauert.

Von Heidelberg nach Tübingen

Über Heidelberg ist alles geschrieben – hier nur noch ein paar Straßenmusikvideos:

David Bowie – Space Oddity
John Frusciante – My Smile Is A Rifle
Tenascious D – Tribute

Unser nächster geplanter Stopp liegt eigentlich in der Schweiz; auf dem Weg nach Italien wollen wir dort Verwandte nahe Zürich besuchen. Als Manu einen Wegweiser nach Tübingen sieht, fährt sie spontan ab – „da müssen wir jetzt hin“. Unsere Freundin Sylvia Kirchherr, ebenfalls Musikerin, die oft und gern auf der Straße spielt, hatte ihr irgendwann einmal von der Stadt vorgeschwärmt. Also ab dafür!

Einen Umsonst-Stellplatz in Citynähe zu finden ist in Tübingen unmöglich. Zum Glück baut sich gerade die Kirmes fürs Wochenende auf, es steht ohnehin ein Haufen Camper und Wohnwagen auf der Festwiese herum, also stellen wir uns einfach dazu. Der Parkplatz ist nicht unbedingt ansehnlich, die Beschreibung „eine Müllhalde mit Schlaglöchern“ eines Googlenutzers ist nahe an der Wirklichkeit. Hermine sieht das nach einem verschlafenen Blick aus dem Fenster anders: „Sind wir schon in der Schweiz? … Ach, nein? Ich wusste gar nicht, dass Deutschland so schön ist!“ Damit beweist sie ein feines Gespür, denn Tübingen selbst ist es allemal. Hermine bevorzugt zwar den Schotterparkplatz, Manu, Renan und Maja wagen derweil ein erstes Straßenmusikabenteuer in der Altstadt, vor den Treppen auf dem Holzmarkt.

John Frusciante – So Would Have I

Nach einer gelungenen Runde vor tollem Publikum schauen wir uns die Stadt an – eine einzige Pracht. „Vielleicht die schönste Stadt in Deutschland, die ich bisher gesehen habe“, wagt Manu auszusprechen, und das heißt was.

Am nächsten Tag machen Renan und Hermine einen Ausflug, während sich Manu auf dem Stellplatz im Schmuckmachen versucht. Diesmal ist nicht nur City-Seeing, sondern auch Shoppen angesagt – ohne Geld, was hier explizit anschauen bedeutet und nicht Ladendiebstahl. ;) Am Mittag gibt’s ein kurzes Hallo mit Marty, Bassist bei Renans alter Band OLD H, der seit einigen Jahren in Tübingen lebt und gerade Zeit für eine kleine Führung hat. Ein zweites Straßenmusikset vor einem Kinderspielplatz endet erstmals auf unserer Reise verfrüht, ein Nachbar weist uns darauf hin, dass das Spielen hier verboten sei und um diese Uhrzeit erst recht. Hundert Meter weiter und eine Viertelstunde später sei es erlaubt, aber jetzt und hier, nein. Unser Publikum – Eltern, die dankbar für etwas Ablenkung von ihren lärmenden Kindern sind – signalisiert liebevoll, dass sich sonst niemand gestört fühlt, aber wir brechen dennoch ab und kehren zurück zum Camper.

Von Tübingen zum Wilden Michel

Dort empfängt uns Manu mit einer frohen Kunde: Einer der Campingplätze, bei dem sie angefragt hat, ob wir gegen Musik kostenfrei stehen und uns versorgen können, hat grünes Licht gegeben: Zum Wilden Michel heißt der Betrieb, eine Empfehlung unserer Freunde Natalie und Torsten. Konkret vereinbart ist nichts, außer erst einmal vorbeizuschauen und weiterzusehen – es steht ein Festival auf dem Campgelände an und mal gucken, ob und wie wir da reinpassen.

Also auf in den Hochschwarzwald nahe Furtwangen, wo wir am späten Nachmittag anlanden. Nach kurzer Suche finden wir Urs, den Obermichel, der uns willkommen heißt und eine Einweisung gibt. Das Festival – die Heavy Michel Days – steigt von Donnerstag bis Samstag, gespielt wird Metal und Punk, helfende Hände kann man gebrauchen und am Sonntag ist zweijähriges Michel-Jubiläum und der vierte Geburtstag des Sohnes von Urs und Ute, da dürfen wir auch gern dabei sein. Urs zeigt uns Schwimmteiche, Eventscheune, Waschräume, die Gesindestube und führt uns durchs riesige Anwesen. Schnell ist klar: Der Wilde Michel ist kein normaler Campingplatz. „Wir verstehen uns eher als Eventort, hier ist immer was los“, erzählt Urs. Konzerte, ausgefallene Hochzeitsfeiern, Partys und Festivals ziehen sich durch das Jahr, außerdem gibt es neben Stell- und Zeltplätzen noch Tiny Houses, ein Dachzeltdorf und mehr. Das Team besteht zu großen Teilen aus Menschen, die selbst in Michelhausen leben – eine kleine große Wahlfamilie.

Am nächsten Vormittag besprechen wir die Details mit Manu, der für die Personalplanung und allerlei anderes Festivalgeschehen zuständig ist. Die Manu und der Manu – das kann kompliziert werden, weshalb sich unsere Manu fortan als Neka vorstellt, ein Name, der sonst nur engeren Freunden vorbehalten ist. Der Manu hat gleich ein paar Aufgaben für uns; die Manu wird als Fahrerin fungieren, Renan wird Samstag ein Frühstücks- und Sonntag ein Jubiläumskonzert auf Hut spielen, und der Rest wird sich ergeben. Und Hermine darf sich mit ihrem Schmuck gern an den Michelmerchstand stellen.

Am Abend geht’s los, auf der kleinen Indoorbühne des großen Michelhauses eröffnen die Lumberjerkz und Astroking mit Punk und Spacemetal das Festival – aber bevor wir hier das gesamte Lineup durchkauen, können geneigte Leser*innen mit Instagramzutritt Näheres im Heavy-Michel-Story-Highligh nachspüren.

Am Freitag macht Manu die eine oder andere Fahrt und hilft später am Abend an der Wiesenbar aus, Renan hilft am Merchstand und später ebenfalls in der Bar. Die Musik ist nicht immer unser Ding, aber bei My Dying Faith stimmte auch nach der Show die Chemie so gut, dass wir sie gleich fürs kommende KPiP-Festival 2024 nach Rheinberg eingeladen haben.

Leider will das Wetter nicht so recht – es regnet auch am Freitag mehr als es nicht regnet, was in einem weiteren Rekordsommer grundsätzlich zu begrüßen ist, die Stimmung vor der großen Open-Air-Bühne aber etwas nass aussehen lässt. Das Publikum nimmt’s sportlich, mit Bier und Regenjacke; Punk und Metal geht auch bei Matsche gut, versichert uns eine Gruppe angereister Fans.

Für Hermine läuft es indes prima: Sie verkauft Schmuckstück um Schmuckstück auf Spendenbasis, ein Armbamd sogar für stolze 70 Euro.

Am Samstag beim Frühstück hat Renan seinen ersten Auftritt und haut müden und teilverkaterten Metalfans eine eigens zusammengestellte Playlist mit einem höher als gewöhnlichen Anteil Akustikpunk und -metal um die Ohren. Nicht ohne selbst müde und verkatert zu sein, die letzte Schicht im Getränkezelt endete spät in der Nacht und brachte einige Runden fürs Thekenteam mit sich. Dennoch: Alles klappt, das Set kommt an und der letzte Festivaltag nimmt seinen Lauf.

Für uns endet er mit einem feuchtfröhlichen Wringen: Erst will die Waschmaschine nicht abpumpen, dann der Trockner nicht trocknen. Das Ergebnis ist ein Haufen nasser Wäsche im eigenen Saft, den wir zu Dritt händisch auswringen und im Camper aufhängen, bevor endlich die wohlverdiente Nachtruhe beginnt. Wobei der Begriff Ruhe auf einem Metalfestival irreführt – wir sinken zu den krachenden Klängen der letzten Bands (Kategorie: nicht so unser Fall) in den Schlaf.

Am Sonntagmittag spielt Renan das Jubiläumskonzert, zwei Stunden wilde Musik für zwei Jahre Wilder Michel, inklusive Geburtstagsständchen für vier Jahre Sohn von Urs und Ute. Das Wetter ist wieder trocken und warm, die Stimmung locker und ausgelassen. Ein Gast, der eine mahe gelegene sehr exklusive Eventlocation betreibt, lässt 50 Euro in den Hut wandern, und bei „As long as you love me“ von den Backstreetboys wird sogar getanzt.

Backstreet Boys – As Long As You Love Me

Nach einem sehr schönen Konzert wird es Zeit Lebewohl zu sagen. Heute wollen wir es wirklich endlich in die Schweiz schaffen – endlich ins Ausland. Voller neuer und schöner Eindrücke und jeder Menge Heavy Metal im Gehirn verlassen wir den Wilden Michel winkend in Richtung Süden.

Schweiz – oder: der teuerste Schlüsselanhänger der Welt

Unser nächstes Ziel liegt in einem Dorf nahe Zürich, wo Renan Familie hat, die wir besuchen möchten. Außerdem lebt dort der junge Designer Taro Tega, der gerade mit seinem Modelabel Boba Staro an den Start geht. Der Weg dorthin verläuft problemlos; wir stehen für eine Nacht vor der Scheune des benachbarten Bauernhofs und verbringen einen schönen Abend und einen weiteren halben Tag mit den Tegas. Dann geht es weiter gen Italien.

Dieser Teil des Weges ist nicht von Glück gesegnet: Wir kämpfen über die gesamte Strecke mit Staus, und einige Kilometer vor dem Gotthard-Tunnel hält uns die Kantonspolizei an: Gewichtskontrolle. Dabei stellt sich heraus, dass wir mit unserem Camper 20 Kilogramm Übergewicht auf die Waage bringen, was uns sage und schreibe 100 Schweizer Franken kostet, also rund 103 Euro. Ein harter Schlag für unsere Reisekasse! Immerhin schenkt uns die Polizei einen hochwertigen Schlüsselanhänger, den wir beschließen auf Ebay zu versteigern, um die Kosten zu kompensieren. Machen wir dann später.

Erholen in Italien

Irgendwann passieren wir die Grenze zu Italien – die Vignette für die Schweiz (42 Euro) gilt hier nicht mehr, stattdessen gibt’s Autobahnmaut für jeden Kilometer Schnellstraße. Tanken müssen wir ebenfalls, und schnell sind wir erneut um die 100 Euro los. Zum Glück haben wir uns in Deutschland einen guten Puffer eingespielt. Unser nächstes Ziel ist Pisa, aber vorher wollen wir mindestens einen Stopp einlegen. Unsere Nase führt uns an einen Fluss nahe Oriano, der witzigerweiser ebenfalls Taro heißt – von Taro zu Taro! Nach der langen Fahrt durch die halbe Schweiz und halb Norditalien haben wir eine Badepause verdient. Wir finden einen Platz nahe des Flusses, wo es keinen juckt, und beschließen für eine Nacht zu bleiben – und zu schwimmen, denn es ist bullenheiß. Außerdem braucht Manu ne Pause vom Durchziehen, die 3,5 Tonnen von 6,70 m Länge durch die Gegend zu kutschieren ist nämlich nicht ohne, zumal der Weg zum Stellplatz über eine sehr schmale Brücke führt, die in Deutschland maximal für Fußgänger zugelassen wäre.

Tags darauf beschließen wir über Land weiterzufahren und auf Sicht nach annehmlichen Plätzen zu suchen. Die Strecke führt u.a. über den Nationalpark Toskanisch-Emilianischer Apennin durch die Provinz Emiglia-Romana und ist ein Träumchen. Anhand der vielen verlassenen Ruinen, ehemaligen Restaurants und Campingplätze lässt sich erahnen, dass hier vor dem Bau der Autobahn eine frühe Tourismusader pulsierte; die Fahrt hat etwas Entschleunigend-Nostalgisches – vor allem als Beifahrer, denn Manu muss erneut ordentlich schalten und kurbeln.

Im Bummelmodus erreichen wir die Grenze zur Toskana und steuern eine versteckte Bucht am Fluss Magra nahe Standano an – die Straße dorthin ist nicht einmal auf Google Maps verzeichnet, das ist meist ein gutes Zeichen. Früher stand hier eine Brücke, die längst durch eine neue ersetzt wurde. Wenige hundert Meter hinter dem alten Brückenkopf entdecken wir im breiten Kiesflussbett ein Schwimmparadies und verbringen am Abend um am Folgetag viel Zeit im und am Wasser. Auch Maja hat sichtlich Spaß daran mit dem Rudel zu planschen – sie will immer dabei sein, bei allem, und glücklicherweise ist das in aller Regel auch möglich.

Der nächste Reiseabschnitt führt uns nach Pisa und von dort tiefer (bzw. höher) in die verwunschene Welt der Apenninen. Du möchtest wissen, was dort passiert? Dann komm mit auf unseren Trip! Abonniere gern diesen Blog, folge unserer Instagram-Story und unserer Youtube-Playlist und sei Teil unserer Reise. Wer uns etwas in den Hut schmeißen möchte, aber aus Raumzeitkontinuumsgründen nicht kann – das geht auch digital: paypal.me/renancengiz. Danke und auf bald!

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English summary starts here

Videos and photos are found above! Actually we wanted to go straight down to Switzerland after having left Heidelberg (see last post and initial videos above), but got stuck at two places on our way:

One is the city of Tuebingen, which is amazingly beautiful, where we stayed for one night and busked a little in the city center (see video above). The second stop was a longer onee: Camp site „Zum Wilden Michel“ in the Black Forest invited us to volunteer at their punk and metal festival „Heavy Michel Days“, plus Renan got to play two concerts at the veranda – one for the festival community, and one for the second anniversary of the place itself that was celebrated a day after the festival had ended. Four more nights of not heading South, but so many nice impressions and people!

Having left the wild Michel hoard, we finally made it to Switzerland, to a small village near Zurich, where Renan’s cousin lives with her family. We’ve spent a night with these lovely people and could have stayed longer, but we feared to not get to the sea at all, slow as we are, so we said good bye the next day and moved on.

On our way to Italy, the Swiss police stopped us to check the weight of our van. Turns out it was 20 kg too heavy which resulted in a 100 CHF (~103 Euro) fine – a tough sum to withdrawel from our money sack! After all they gifted us a high quality, branded keybelt that we are gonna auction at Ebay to hopefully compensate some of the costs. We count on you! ;)

After a good ammount of traffic jams we hit Italy and looked out for some sweet wild swim spots. The first night we found one at river Taro, the next day one at river Magra. On the way we discovered the rich and sleepy beauty of the northern apennine mountains. After two relaxing days, it was time to hit a bigger city again to gain some money: Pisa, here we come! But this episode will be part of the next article.

More recent travel logs are found on Instagram, videos can be watched over at youtube. Make sure to subscribe wherever it’s best for you! We’re happy about followers, recommendations, invitations or even donations (paypal.me/renancengiz). Thank you!

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Heidelberg – Tripping Europe without money 7

Scroll to end for English summary!

„Seht zu, dass ihr möglichst lange bleibt, ihr werdet euch später wünschen, wieder hier zu sein – du weischt ja, wie man sagt: Du verlierscht dei Herz in Heidelberg“, sagt der Crêpeverkäufer am Skateplatz. Das hier ist unser zweiter Stellplatz, seit wir Düsseldorf verlassen haben – endlich. Es war nämlich so:

Abschied aus Düsseldorf

Der Verstärker, auf den wir die ganze Zeit gewartet hatten, kam so dermaßen verspätet an, dass wir erst am Donnerstag, den 22. Juni, die Stadt verlassen konnten. Dafür aber mit einem Roland Street Cube EX und mit Hermine. Eigentlich wollten wir uns in Paris mit ihr treffen, doch durch die Verzögerung ging der Plan nicht auf, und weit vorausplanen ist bekanntlich eh nicht unser Ding. Hermine hat jetzt Schulferien und ist am Donnerstagnachmittag nach einer sehr langen Zugfahrt mit Streckensperrung und allen Bahnschikanen in Düsseldorf angekommen. Eine Lagebesprechung ergab: Auf Baskenland und Portugal hat sie eh weniger Lust, aber Heidelberg und dann weiter südwärts, ja, das wäre drin. Also los!

Eine kuriose Sache am Verdienen mit Straßenmusik: Man hat sehr viel Kleingeld. Entsprechend lang ist die Schlange hinter uns am Parkautomaten. Zum Glück hat die Edeka-Kassiererin am Tag zuvor unser Säckle mit einem Euro in Rotgeld angenommen, so war das schon mal weg. Zu klein darf man die Automaten auch nicht füttern, irgendwann läuft die Zeit ab, ist uns so schon bei einem Ubahnticketkauf passiert. Diesmal brauchts aber nur wenige Minuten zum Bezahlen für zwei Nächte Parken direkt am Rhein – der erste Luxus, den wir uns leisten; immerhin 18 Euro pro angebrochene 24 Stunden.

Zum Glück sind unsere Taschen gefüllt und der Tank noch halbvoll. Düsseldorf ist wirklich ein vortreffliches Pflaster für Straßenmusik, wenn man einmal weiß, wann und wo es gut klappt. Ob das in Heidelberg ähnlich sein wird?

Hallo Heidelberg!

Nach knapp vier Stunden Fahrt erreichen wir am Donnerstag mit hereinbrechender Dämmerung zunächst den Heiligenberg, einen vor Heidelberg gelegenen Hügel mit langer Geschichte: Die Kelten haben hier ihre Spuren hinterlassen, darunter das rätselhafte Heidenloch, von dem niemand genau weiß, was es damit auf sich hat – ist es ein Brunnen? Eine Kultstätte? Auf jeden Fall ist es ein sehr tiefes Loch, das senkrecht in den Boden sticht.

Unweit gibt es alte christliche Klosterruinen zu bestaunen, und ein gigantisches Freilichttheater, die Thingstätte, deren Name ebenfalls eine Historizität impliziert, die jedoch in der NS-Zeit im Rahmen der von den Nazis gekaperten Thing-Bewegung errichtet wurde. In jüngerer Vergangenheit hielten die Heidelberger hier selbstverwaltete Feste ab, etwa Walpurgisnachtfeiern, was aber von der Stadt unterbunden wurde: „Zu wenig Sicherheitspersonal, zu wenig Licht, keine Umzäunung des Geländes“, erklärt uns der Sohn einer Heidelberger Straßenmusikerin auf der Alten Brücke (Namen leider vergessen, meld dich gern, falls du das liest!). „Deswegen gibt es jetzt zu den entsprechenden Terminen ein Großaufgebot an Sicherheitsleuten, Flutlicht und eine Absperrung des Geländes, um das Verbot durchzusetzen – das ist ein gern zitiertes Sinnbild für die Heidelberger Kulturpolitik“, witzelt er.

Dort also kommen wir an, stehen auf dem großen Waldparkplatz, und als wir gerade zu Abend essen wollen, rollt unser Camper plötzlich rückwärts – trotz gezogener Handbremse. Wir parken um, stehen nun anders geneigt, und nehmen uns vor, jemanden zu finden, die oder der uns die Handbremse nachzieht. Am nächsten Vormittag erkunden wir die Gegend und machen ein paar Aufnahmen an der Thingstätte – hier entsteht unser zweites Video aus der Reihe Musik an besonderen Orten. Dann fahren wir runter in die Stadt und suchen uns einen Stellplatz am Skatepark, direkt am Neckarufer.

Renan, Hermine und Maja auf der Thingbühne.

Straßenmusik in Heidelberg

Dann tauchen wir ein in die Heidelberger Straßenmusikwelt: Am Freitagnachmittag gibt’s ein erstes Set auf der Alten Brücke, wo wir direkt Bekanntschaft schließen mit oben erwähntem sympathischen Jungen Mann aus der Straßenmusikfamilie. Kurz nach Ende des Sets gesellt sich Michael dazu, unser Stellplatznachbar und ebenfalls Gitarrist, und spielt spontan ein, zwei Lieder – das erste Mal auf der Straße, mit Verstärkung und vor Publikum. Nach uns spielt ein junger Akkordeonspieler auf, ebenfalls ein Bekannter von Michael, dem wir gemeinsam zuhören während wir die Nachmittagssonne genießen.

Offiziell ist das Straßenmusizieren in Heidelberg streng reglementiert: „Du wirst es nicht glauben, es gibt eine eigene Verfahrensbeschreibung dafür“, schreibt uns Ratsherr Björn Leuzinger, der in Heidelberg für Die PARTEI Politik macht, und den Renan auf einer Fortbildung in Brüssel kennen gelernt hat. In der Altstadt gibt es einige wenige Zonen, in denen zu bestimmten Zeiten musiziert werden darf. Eine davon zeigt uns unser Kollege am Akkordeon sogleich – es handelt sich um einen Verkehrsknotenpunkt mit zig Bus- und Bahnhaltestellen; viele Menschen, aber auch viel Eile und Lärm. Auf dem Weg dorthin erweist sich unser Fahrradanhänger als große Hilfe, den uns Familie Assenmacher für die Reise überlassen hat. Verstärker, Gitarre, Mikroständer, Verpflegung und unterwegs gefundene Pfandflaschen finden darin mühelos Platz. So richtig gelohnt hat sich der Ausflug finanziell zwar nicht, aber für ein spontanes Gitarren-Akkordeon-Duett dann wieder schon. Wir merken allerdings bereits: Die Brücke scheint unser Ort zu sein, und angeblich ist dort abends weit mehr los. Das probieren wir gleich aus!

Vorweg: Es stimmt. Und der Empfang ist herzlich – schon vor dem eigentlichen Auftritt bekommen wir eine kühle Literflasche Vetter geschenkt, ein Heidelberger Hausbräu, und auch während der Show ist das Publikum und die Stimmung äußerst angenehm. Es gibt viel Applaus und die Menge fordert eine Zugabe, entsprechend gut gefüllt ist der Hut. Insgesamt hat uns der Tag gut 90 Euro eingebracht – nicht übel!

Der Abend hat uns auch einen neuen Kontakt verschafft: Florian Schreier ist Fotograf und hat Renan beim Spielen auf der Brücke geknipst, außerdem kennt er Manu aus seiner Zeit als Downhiller; wir verabreden uns für den folgenden Abend. Vorher nutzen wir den Samstag für Badegänge im Neckar, Faulenzwreien und Besuchen im Tauschregal, (das wir rasch als Wunachladen identifizierrn – man wünscht sich was, und meist ist es am nächsten Tag da) und verlaufen uns auf dem Weg zu einem der anderen offiziellen Spielspätten in der City. Dabei merken wir: Gespielt wird hier eh überall, also stellen wir uns auch irgendwo hin, mit zufriedenstellendem Erfolg. Kein Vergleich zur Alten Brücke freilich, zu der wir uns nun aufmachen. Während Manu und Hermine im Subway ein Sandwich kaufen und zwei halbe abstauben, die jemand liegen gelassen hat, trudeln auf der Brücke Florian und auch Michael ein. Michael übernimmt spontan das Vorprogramm, während Renan noch mal pinkeln geht. Dann wird die Brücke gerockt, und wieder ist’s super – standing ovations und Zugabe-Rufe, wenn auch gestern etwas mehr los war, da waren wir aber auch ne Stunde später dran. Wir lassen den Abend gemeinsam mit Flo am Camper ausklingen.

Das Thermometer stammt zwar nicht aus dem Wunschladen, aber aus einem der vielen Zu-verschenken-Kartons, die wie regelmäßig finden und durchstöbern, so auch in Heidelberg.

Der nächste Tag, Sonntag, birgt ein paar Überraschungen und endet mit einer Jamsession an Tims Crêpefahrrad. Aber von Anfang:

Nach dem Brunch führt uns ein Mittagsspaziergang an einen besonderen Ort, den Manu im Vorbeigehen beim Hundespaziergang entdeckt hat. Das Haus am Wehrsteig ist ein vermutlich nie in Betrieb genommenes Traffohaus des Stauwehrs bei Heidelberg-Wieblingen und war ab 1984 die Heimat der Künstlerin Eva Vargas. Heute ist es nach langem Leerstand Atelier, Museum und Kulturort zugleich. Wir treffen am letzten Tag der Ausstellung „Haus des Geistes oder Geisterhaus“ ein, in der die Geschichte des Hauses, seiner Bewohner- und Besucher*innen verhandelt ist. Kurator Matthis nimmt uns prompt mit auf eine kleine Privatführung, nachdem, wir ihm von unserer Arbeit am Spanischen Vallan erzählen, schließlich seien wir ja vom Fach. Tatsächlich weist seine und unsere Arbeit in den uns anvertrauten Gemäuern einige Ähnlichkeiten auf – ein erklärter Gegenbesuch wird hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden.

Am späten Nachmittag kapern wir die Bühne der NeckartOrte; das offizielle Programm ist vorüber, die Bar noch geöffnet und die Leute haben Lust auf Musik, also spielt Renan ein Set auf Hut am Neckarstrand in der Nachmittagssonne. Kurz danach kommt Biene zu Bühne, ebenfalls eine Bekannte von Michael und Singer/Songwriterin. „Hast du Bock auf ne Jamsession?“ Die Antwort manifestiert sich eine halbe Stunde später neben Tims Crêpefahrrad, bis weit nach Einbruch der Dunkelheit musizieren wir am Neckar, ein Abschiedskonzert für Heidelberg – morgen geht’s weiter, und wohin genau, weiß nur der Wind.

Wir sind sehr gespannt, wie es weitergeht … du auch? Dann komm mit auf unseren Trip! Abonniere gern diesen Blog, folge unserer Instagram-Story und sei Teil unserer Reise! Jetzt auch auf Youtube. Wer uns etwas in den Hut schmeißen möchte, aber aus Raumzeitkontinuumsgründen nicht kann – das geht auch digital: paypal.me/renancengiz. Danke und auf bald!

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ENGLISH SUMMARY STARTS HERE

The amp we have waited for so long finally arrives on Thursday – together with Hermine, whose school holidays have now begun. Now that we’re together, we’re flipping plans – instead towards Paris, we change directions towards Heidelberg and finally leave Düsseldorf behind.

In Heidelberg we first stop at the Thingstätte, an open air theater, to record a video – see this post for more info and the video! The next day, we park our campervan near a skatepark at the river Neckar not far from the city. In the evening we look for a good place for street music and find it on the Alte Brücke, an old bridge maibly for pedestrians. The street music vibes are great here, and we do quickly connect to a bunch of people who point out other places and valuable information to us. Our hat is well filled when we head home. We do also check out other busking venues, but none of them beats the bridge, which becomes our go-to spot for the days of our stay.

Oficially, busking is highly regulated in Heidelberg. A stroll through the city tells another story: Especially at the weekends the historic city center is full of musicians, and most of them know their job quite well. On our last day, we even hit a real stage – the city has set up some of them on the brinks of the Neckar for entertainment, each one comes with a bar. The one next to our camper van becomes a stage for Renan after the official program is over. That’s not especially allowed, but everyone, including the staff, seems to be happy about more music.

On our final day, we also discover an interesting old building, the Haus am Wehrsteig, which become a place for exhibitions, and run into the curator, who tells and shows us more about and of the place’s history, inhabitants and the modern use. It’s great how quickly you get to know people when you get recognized as vagabonds and arts people.

Our last evening in Heidelberg ends with a jam session next to our site, featuring our van neighbour Michael and a fellow musician of his, singer/songwrited Biene.

Thanks to everybody who has contributed to our forthcoming in any way – emotionally, financially or with goods. We feel so supported! To join our trip, feel free to follow this blog, surf our instagram-story and Youtube channel. Donations are welcome via paypal.me/renancengiz. Thank you!

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Music at special places #2 – Thingstätte Heidelberg | Tripping Europe without money 6

From time to time, we play music at special places that we encounter on our trip through Europe without money, and this is the second: The Thingstätte in Heidelberg on the Heiligenberg („holy mountain“). How we got there is featured in the next, upcoming blog post, so be sure to subscribe to this blog!

The giant theater was build in Nazi times, but the history of the mountain itself reaches much further into the past. Wikipedia has some info if you want to know more.

The song performed in the video is called „Once in a lifetime“ and written by German band Wolfsheim.

To make you be part of our journey from Rheinberg, Germany, to the southern brinks of Europe, we’re keeping track in our travel blog here on this very website, on Instagram and Youtube – we’re happy about followers, subscriptions, comments and recommendations!

You might also invite us over for a living room or garden concert! Please contact Manu at +49 176 24012269 (preferably whatsapp), use the contact form or DM us on Insta.

Thanks for being part of our trip! If you want to support us financially, donations can be made via https://paypal.me/renancengiz.

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Music at special places #1 – Atelier Denizli | Tripping Europe without money 5

From time to time, we play music at special places that we encounter on our trip through Europe without money, and this here is the first one: Featured in this episode is our visit at artist Yildirim Denizli’s atelier in Ratingen near Dusseldorf, Germany. What you see and hear in this video is a cover of John Frusciante’s song Low Birds/Penetrate Time in the beautiful surroundings of Yildirim’s art and craft.

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Manu’s perspective #1 – Tripping Europe without money 4

Manus erster Rückblick auf die vergangenen Tage – scroll to end for English summary!

Es ist endlich soweit: Wir sind unterwegs, bespielen die Plätze Europas mit Straßenmusik und haben lediglich das Kleingeld in der Tasche, was uns während dieser Reise in den Hut geworfen wird. Ein Experiment mit dem Arbeitstitel „Tripping Europe without money“.

Nachdem ich mich seit Monaten mit potenziellen Spielstätten, Reiserouten und Richtungen beschäftigt habe, musste ich am Ende feststellen, dass es einfach zu viele Optionen, sprich Möglichkeiten gibt, um mich für eine zu entscheiden. Daher ist nun der Plan, keinen Plan zu haben, einfach mal ins Blaue zu reisen und von Tag zu Tag schauen, was uns so widerfährt und wohin der Wind uns in unserem Wohnmobil treibt.

Ich habe selten einen so guten Straßenmusikanten wie meinen Lieblingsmenschen Renan Cengiz gesehen, daher mache ich mir wenig Sorgen darum, dass dieses Experiment nicht funktionieren können. Heute ist Tag vier unserer Reise, insgesamt wollen wir sieben Wochen unterwegs sein. Wir haben keinerlei monetäre Mittel bei uns, nur den Camper haben wir vor Beginn der Reise vollgetankt und einen Einkauf von Lebensmitteln für rund 65 Euro getätigt.

MITTWOCH

Wir starten mit einem Abschlusskonzert in unserer Heimatstadt Rheinberg am Niederrhein, viele Menschen kommen, um uns zu verabschieden und geben uns ein ordentliches Startkapital von unglaublichen 220 Euro mit auf den Weg. Abgesehen von diesem unglaublich fetten Batzen Geld, der in unserem Hut landet, läuft es jedoch sehr holprig an: Schon vor Beginn des Auftritts müssen wir feststellen, dass unser Verstärker das Zeitliche gesegnet hat. Bei der Abfahrt aus Rheinberg Richtung nach Düsseldorf, was unser nächster Stopp sein soll, fängt der Camper komisch an zu stinken und die Bremsen funktionieren nicht so wie sie sollten. Daher fahren wir direkt in Krefeld wieder ab und beschließen dort zu spielen und uns danach ein lauschiges Parkplätzchen im Stadtwald zu suchen.

Beides funktioniert nicht: Bei dem Gig reißt direkt eine Saite der Gitarre und nach zwei Liedern haben wir nichtmals einen Cent im Hut. Der Parkplatz ist wegen einer Veranstaltung völlig überfüllt und stellt meine Fahrkünste mit dem 6,80 langen Gefährt direkt gehörig auf die Probe. Also doch wieder Planänderung: Wir fahren weiter nach Düsseldorf, der Camper heilt sich selbst, stinkt nicht mehr komisch und die Bremsen funktionieren auch wieder normal. In Düsseldorf angekommen, ist die Straße gesperrt, welche wir eigentlich zum ausgewähltem Stellplatz hätten nehmen müssen. Zudem stellen wir fest, dass wir mit unserer orangenen Umweltplakette nicht befugt sind dorthin zu fahren. Der App „Park for night“ sei Dank, denn diese zeigt uns etwas außerhalb gelegen einen Stellplatz am Waldrand zwischen Ratingen und Düsseldorf an, welchen wir nun ansteuern.
Der Platz ist wunderschön und ab jetzt läuft alles rund, das Schicksal scheint es gut mit uns zu meinen.

DONNERSTAG

Wir schlafen gut und machen uns am nächsten Tag mit der U-Bahn in die Düsseldorfer Altstadt auf. Hier spielt Renan drei Sets von je 30 Minuten und zeigt, dass er für den Job als Straßenmusiker prädestiniert ist. Er begeistert nicht nur die Menschen mit seiner Stimme und seinen Gitarrenkünsten, sondern auch ich bin auf ein Neues tief beeindruckt von seinem Können und stolz wie Oskar. Auch unserer Hündin Maja scheint es zu gefallen, sie lässt sich gerne von verschiedensten Menschen streicheln und bekommt immer wieder gesagt, wie schön sie doch sei. Die Menschenmassen in der Altstadt machen ihr überhaupt keinen Stress und sie fährt U-Bahn und Rolltreppe, wie ein echter Großstadthund. Um circa 21:30 Uhr treten wir den Heimweg zum Camper an und sind schon wieder um 88 Euro reicher.

FREITAG

Wegen des erfolgreichen Auftaktes beschließen wir noch länger in Düsseldorf zu bleiben, zudem haben wir an unserem Stellplatz schon viele super liebe Menschen kennengelernt und fühlen uns rundum wohl. Wir entscheiden uns dazu eine neue Verstärkerbox anzuschaffen, weil Renans Stimme dieser Belastung auf Dauer wahrscheinlich nicht standhalten wird. Dadurch ist schon mal gesetzt, dass wir übers Wochenende noch hier bleiben werden, um am Montag hoffentlich unsere Bestellung abholen zu können. Gegen Nachmittag machen wir uns wieder auf gen Altstadt. In rund 70 Minuten füllt sich der Hut wieder auf rund 60 Euro. Zudem bekommen wir von netten und auch ziemlich betrunkenen jungen Männern eine Pizza geschenkt. Am Abend lädt uns Renans Vater, der in Düsseldorf wohnhaft ist, noch auf ein paar alkoholische Kaltgetränke und Nachos ein. Besser könnte es kaum laufen, zufrieden fallen wir ins Bett.

SAMSTAG

Der Camper ist unter wunderschönen Buchen geparkt und deren Schatten lässt uns heute lange schlafen. Als wir gegen 10:30 Uhr erholt aufwachen, stellen wir fest dass eine Tüte mit frischen Brötchen, Orangensaft und getrocknetem Entenfilet für Maja an unserem Camper befestigt wurde. Das muss die freundliche Dame gewesen sein, die hier des Öfteren mit ihrer Hündin vorbei spaziert und mit der wir schon nette Gespräche geführt haben.

Während unseres ausgedehnten Frühstücks entscheiden wir uns dazu, heute nicht zum Musizieren in die Altstadt aufzubrechen, sondern mal ein wenig zu chillen. In den späten Mittagsstunden brechen wir zu einer schönen Wanderung durch den anliegenden Wald auf. Am Abend besuchen wir einen befreundeten Künstler, der sein Atelier ganz hier in der Nähe hat. In dem beeindruckendem Zuhause von Yildirim Denizli gibt es eine Menge Skurrilitäten und starke, aussagekräftige Kunst zu sehen. Das Ambiente inspirierte uns dazu, spontan ein paar Songs aufzunehmen und damit unsere Unterwegsreihe „Musik an besonderen Orten“ zu starten. Nach ein paar schönen Stunden mit tollen Eindrücken, Musik und erlesenem Rotwein fallen wir zufrieden ins Bett.

Wir sind sehr gespannt, wie es weitergeht … du auch? Dann komm mit auf unseren Trip! Abonniere gern diesen Blog, folge unserer Instagram-Story und sei Teil unserer Reise! Jetzt auch auf Youtube. Wer uns etwas in den Hut schmeißen möchte, aber aus Raumzeitkontinuumsgründen nicht kann – das geht auch digital: paypal.me/renancengiz. Danke und auf bald!

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ENGLISH SUMMARY STARTS HERE

Time is finally due! After months of planning and the final decision to plan on having no fixed plan we’re off for tripping Europe without money, soley surviving on what we earn with street music and the like. I don’t worry too much as my beloved one Renan ist the best street musician I know, making the seven weeks will be adventurous, but far from impossible.

We’re staring on Wednesday with a goodbye concert in our hometown that brings in the incredible sum of 220 Euros. But from the start, problems arise: Our amplifier is broken from day one, and as we’re on the road, our campervan starts to smell funny and the breaks don’t work properly. That’s why stop by in the city of Krefeld instead of moving on to Dusseldorf as intended. Bad luck keeps striking: A street music set in Krefeld brings in zero Euros as a guitar string breaks within the first few minutes. We cancel the concert and try to find a space to stay for the night – in vain. Back to plan A: Dusseldorf. The campervan suddenly behaves normally and we’re finding ourselves a nice spot next to a forest out of town. From here, good luck is with us again.

After a good night’s sleep we take the ubahn to the city and Renan plays three 30 Minute sets, earning 88 Euros. I’m so proud of him and his skills! And also of our dog Maja who handles the challenges of the big city like a pro.

As things go smooth, we decide to stay a little longer and order a new amplifier to Renan’s father who’s living in Dusseldorf – playing without an amplifier is too much for Renan’s vooce, screaming against the city noises. During our second set, two guys show up and donate us a pizza. Even more people stop by and want to talk, which results in only 70 minutes overall playtime that day, but still 60 Euros in the hat. In the evening, Renan’s father invited us for some drinks and Nachos at the brinks of river Rhine. What a good day!

On the next morning, there’s a bag with tolls, juice and dog treats attached to on our van, a gift by a friendly lady who we’ve talked to occasionally as she’s doing her daily dog strolls. We feel very well taken care of and decide to take a day off of street music and chill a little. In the evening we visit the studio of befriended artist Yikdirim Denizli who works and lives in Ratingen, not far from our pitch. Yildirim’s place is impressive, his art has a strong voice and inspires us to give a little concert for the small audience and a camera. The video will be the first in our series „Music at special places“. After a couple of beautiful hours we head back and fall asleep …

To join our trip, feel free to follow this blog, surf our Instagram-story and Youtube channel. Donations are welcome via paypal.me/renancengiz. Thank you!

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Still Düsseldorf – Tripping Europe without money 3

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Warum eigentlich immer noch Düsseldorf? Das hat zwei Gründe:

Zum Einen wollen wir bis Mitte der Woche ohnehin in der Gegend bleiben, weil unsere Tochter Hermine dann ihren letzten Schultag hat und mit dem Zug nachreisen wird – bestenfalls ohne groß umzusteigen.

Zum Anderen ist – wie erwähnt – unser Straßenmusikverstärker zur Hälfte kaputt gegangen, und da der zur Grundausstattung unseres Experiments gehört, haben wir einen neuen bestellt, der zu einem Familienmitglied in Düsseldorf geliefert wird – zurückfahren wollen wir dafür nicht. Eine neue Box war ohnehin fällig und Budget dafür vorhanden; nach einiger Diskussion haben wie den Kauf als gerechtfertigt klassifiziert, zumal wir einen Roland Cube Street im Sonderangebot erstehen konnten – perfekt für Straßenmusik in jeder Hinsicht.

Verstärker für Gitarre und Gesang sind eigentlich nicht erlaubt, werden aber von allen routinierten Straßenkünstler:innen verwendet. Mit der Stimme und Akustikgitarre allein kommst du im Elektrozeitalter nicht an gegen die Musiken der Läden, Bars, Cocktailstände; dazu gesellt sich die voluminöse Kakaphonie aus Sprechfetzen, Jubelschreien, Fangesängen, Absatzgeklacker und generischen Nebengeräuschen des Ausgehvolks, um dessen Aufmerksamkeit wir Straßenkünstler*innen buhlen und konkurrieren.

Renans Stimme war schon nach zwei Tagen derart strapaziert und angeschlagen vom Anschreien gegen den Stadtlärm, dass ein Verstärker allein aus medizinischen Gründen – Ordnungsamt hin oder her – unverzichtbar erscheint.

Verzichtbar hingegen sind Luxusartikel wie ein kaltes Bier von der Trinhalle. Auch darüber haben wir diskutiert und sind übereingekommen, dass die rund vier Euro, die uns das kosten würde, einfach nicht drin sind. Noch ist es einfach zu leben – wir sind mit vollem Tank, vollem Kühlschrank und vollem Hut in Rheinberg gestartet –, doch in einigen Wochen werden wir um jeden Euro kämpfen müssen. Und es geht auch anders:

In der Altstadt bespielen wir unter anderem die Kurze Straße. Die Stimmung ist leicht angenervt, weil wir nur etwas Brot gefrühstückt haben und die Mittagszeit längst überschritten ist, Hunger macht sich breit. Spiel dann mal ein Set neben nem Pizzaladen … Allein der Geruch macht einen verrückt.

Nur wenige Akkorde im ersten Lied, unterbrechen plötzlich zwei junge Männer die Darbietung: „Du musst auch mal Pause machen und was essen, Junge!“ Die beiden hätten zwar nicht mehr viel Geld in der Tasche, aber Pizza auf der Hand, die sie gern mit uns teilten. Gerade rechtzeitig!

Einfach genial, in diesen Flow zu tauchen, der dich augenzwinkernd lehrt: Meistens tun sich Wege auf, wenn du sie nur lässt – spring ins Wasser und du wirst schwimmen oder untergehen! Schwimmen, in diesem übertragenen Sinn, können wir offenbar einigermaßen, und das ist ein tolles Gefühl, das zu gleichen Teilen nach Schweiß, Nervenkitzel und Freiheit schmeckt.

Auch Maja kitzelt die Reise an den Nerven, aber sie schlägt sich prima. Großgeworden als Dorf- und Hofhündin hat sie nur wenig Großstadterfahrung. Schon an Tag zwei bekommt sie die Drehs aber raus: U-Bahn- und Rolltreppefahren sind bereits gelernt, und auch in den lauten Partystraßen inmitten besoffener Bezirksligafußballfanclubrotten und anderer merkwürdiger Gestaltenansammlungen bleibt sie ruhig und gelassen – sogar ein Schläfchen ist drin. Und dass sie alle gern mal streicheln würden, findet sie super, zumal die allermeisten Menschen vorher fragen, besoffen oder nicht.

Wir zwei beide und ein Stückchen Maja am Ende eines schönen Tages in der Altstadt und am Rheinufer.

Noch zwei schöne Erlebnisse, die uns optimistisch stimmen, die sieben Wochen durchzukommen:

Auf dem Weg in die Stadt begegnet uns gestern eine Spaziergängerin, die wir vom Stellplatz kennen, ihre Hunderunde führt an unserem Camper vorbei. Die freundliche Frau fragt uns, ob sie uns fürs Frühstück Brötchen an den Camper legen soll – sie sei ohnehin früh unterwegs und würde unser Abenteuer gern unterstützen. Wie zauberhaft ist das denn!

Ebenso zauberhaft ist der abendliche Blick in die Mails: Zwei Paypal-Spenden über insgesamt 50 Euro sind eingetrudelt, Spritkostenzuschüsse von lieben Menschen, die uns aus der Ferne unterstützen möchten. Noch dazu bekomen wir gestern von einem nahen Familienmitglied mit Wohnsitz in Düsseldorf nach einer Abendesseneinladung einen Hunderter für die Reisekasse zugesteckt. Wow. Das gibt uns einen ordentlichen Puffer für die Benzinkasse. Danke, danke, danke!

Auch an alle, die uns bisher mit Hutspenden auf den Straßenkonzerten unterstützt haben, geht ein Riesendank raus. Im Schnitt landen 0,8 bis 1 Euro pro Minute im Hut. Klingt viel, ist aber dennoch hart verdientes Geld. Renan gibt alles beim Musizieren, ist nach jedem Set (je 20–30 Min.) nassgeschwitzt und völlig k.o. Aber auch glücklich – es macht einfach Spaß, in diesem Theater mitzspielen, den Barden zu mimen und ein Stückchen Seele auf die Pflaster zu schälen.

Wir sind sehr gespannt, wie es weitergeht … du auch? Dann komm mit auf unseren Trip! Abonniere gern diesen Blog, folge unserer Instagram-Story und sei Teil unserer Reise! Jetzt auch auf Youtube. Wer uns etwas in den Hut schmeißen möchte, aber aus Raumzeitkontinuumsgründen nicht kann – das geht auch digital: paypal.me/renancengiz. Danke und auf bald!

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ENGLISH SUMMARY STARTS HERE

So we’re still in Dusseldorf – mainly for two reasons: First, our daughter will join us as soon as summer holidays have started and we want her to be able to easily reach us by train, so we stay in the vicinity. Second, as mentioned earlier: Our amplifier is broken and we have decided to order a new one, it will be delivered to a family member in Dusseldorf where we can fetch it. We need that thing to compete with the noise of the streets, otherwise Renan’s voice will be broken quite soon …

Besides, wonderful things happen as we’re going with the flow: People are gifting us pizza, rolls, juice and dogfeed without us asking for it, others donate money via paypal for our fuel cost coffer and many support us with kind words, smiles and compliments while flipping a coin into our street music hat.

Our dog Maja has meanwhile adapted to big city life: She has learned to ride the ubahn and escalator and keeps calm even in the most intense surroundings like inbetween drunk partyists in the small streets of the Altstadt.

Thanks to everybody who has contributed to our forthcoming in any way – emotionally, financially or with goods. We feel so supported! To join our trip, feel free to follow this blog, surf our instagram-story and Youtube channel. Donations are welcome via paypal.me/renancengiz. Thank you!

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Düsseldorf – Tripping Europe without money 2

For our English speaking readers: On day two of our journey, we are located on the brinks of Aaper Forest, a beautiful little spot with good train connections to the city. After enjoying the woods strolling and jogging we play three street music sets in the old center of Dusseldorf: Two in the famous Bolkerstrasse with lots of people passing by but also plenty of other musicians – toughly earned bread! By the end of our second set we run into a group of old friends who point us to better locations. We try one out right away, a nice spot at the river Rhine where people usually hang out on a big stairway, and yes, this one is fun! Super nice people, a great audience and enough money in the hat. Thank you Düsseldorf! We’ll come back today. Follow this blog if you want to follow us on our journey!


Tag 2 – wir erwachen am Aaper Wald, einem Stadtwald Grenze Düsseldorf/Ratingen und die Stimmung ist famos, denn unser Stellplatz ist 1A – kostenfrei, naturnah, sauber und nahe einer U-Bahn in die City. Bevor wir uns dorthin begeben, drehen wir eine sportliche Runde durch den Hain, gehend und laufend (tschogging) mit Maja an der Leine, und entdecken dabei eher zufällig die Frauensteine, mutmaßliche Heiligtümer aus der Germanenzeit; nichts Genaues weiß man nicht.

Maja und Renan an den Frauensteinen

Erst gegen Abend machen wir uns auf in die Altstadt. Ohne Verstärker, denn der will nicht so recht: Während er das Mikro akzeptiert, bleibt der Gitarrenkanal stumm. Verdammt. Einer unserer Grundpfeiler des Straßenmusizierens ist also gleich an Tag eins (ja, schon beim Abschiedskonzert in Rheinberg) out of orbit. Heißt für Renan: lauter spielen, lauter Singen, mehr Präsenz. Na gut!

Gegen halb sieben sitzen wir in der Bahn gen Altstadt. Unser erstes Ziel: Die Bolkerstraße, da ist nämlich ordentlich was los. Das haben wir uns auch von Johannes versichern lassen, den wir am Stellplatz kennen gelerent haben. Er organisiert federfrührend das Folkerdey-Festival am kommenden Samstag und war früher selbst mit seiner Band in Ddorf auf der Straße unterwegs.

In Düsseldorf darf man zu jeder vollen Stunde für 30 Minuten spielen, uns bleiben also drei Sets für den Abend. Die ersten beiden in der Bolkerstraße laufen so lala – hier ist weit mehr Konkurrenz als in kleinen Städtchen, aber es tut.

Straßenmusik in der Bolkerstraße, Düsseldorf Altstadt

Plötzlich, kurz vor Ende des zweiten Sets, laufen uns alte Bekannte in die Arme und geben uns Tipps für bessere Locations. Eine davon bespielen wir gleich, mit durchschlagendem Erfolg – ein super Publikum, das sogar mitsingt und sichtlich teilhat, und ein gut gefüllter Hut. Danke, Düsseldorf!

Heute geht’s noch mal eine Runde in die Stadt, dann schauen wir mal, ob und wohin der Wind uns trägt. Ist nämlich echt schön hier. Wir berichten. Bis dahin: Abonniere gern diesen Blog, folge unserer Instagram-Story und sei Teil unserer Reise! Demnächst auch auf Youtube. Wer uns gern etwas in den Hut schmeißen will, aber aus Raumzeitkontinuumsgründen nicht kann – das geht auch digital: paypal.me/renancengiz. Danke

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