Vier Tage auf Sardinien mit neuem Handy in der Tasche – und … weg. Nicht ich, sondern das Handy. Das war kurz frustrierend, geradezu furchteinflößend, aber dann – und das Gefühl dominiert bis heute – eigentlich befreiend. So sehr, dass Frust und Angst sich gegen Urlaubsende erneut breit gemacht haben, weil die Aussicht wieder online zu sein ins Bewusstsein kroch. Irgendwo zwischen nie und immer mobil im Netz pendele ich mich jetzt mal neu ein. Und besinne mich zurück. Zum Beispiel aufs Bloggen – vielleicht nicht als Ersatz, aber sinnvolle und gesündere Ergänzung zu Instagram und ähnlichen Ungetümen. Wie handhabst du das? Ist das Handy ein Werkzeug oder ein Zeitvertreib? Was würdest du mit der Zeit anfangen, wenn sie frei würde?
April 2025. Aloys Cremers schreibt nicht mehr auf Deutsch. Nicht seit Merz. Etwas in ihm sträubt sich dagegen, es schnürt ihm die Gurgel zu. Merz verkörpert das Gegenteil von Aloys’ Philosophie, erzählt er mir. Die Merz’sche Politik ist die Antithese zur Befreiungsdidaktik, mit der Aloys zwischen die Ohren der Menschen hineinwirken will.
[Dieser Artikel ist Teil 3 einer Serie zu Aloys Cremers. Hier geht es zu den Teilen [1] und [2]]
Angst und Krieg treten in die Köpfe der Deutschen. Dabei wäre diesem Welttrend etwas entgegenzusetzen: Ein Bewusstsein für die Eigenenergie der Menschen – und darüber, dass sie mit dieser Energie in jedem Augenblick die Zukunft formen. Assertiv. Assertiv? Das braucht eine Erklärung:
Was ist Assertivität?
Bedeutung und Synonyme des Adjektivs „assertiv“. Quelle: private Kommunikation mit Aloys Cremers
Im Deutschen wird „Assertivität“ meist mit den Begriffen Selbstbehauptung oder Durchsetzungsvermögen übersetzt, wobei der Fokus auf einer respektvollen, selbstsicheren und nicht-aggressiven Art der Meinungsäußerung liegt. In Aloys’ Sinne bezeichnet Assertivität jene schöpferische Kraft, sich selbst und die eigene Position mit Klarheit, Mut und Respekt zu behaupten – ohne Angst vor Fehlern und ohne andere zu dominieren. Assertivität bedeutet für ihn, das schöpferische Nichts in sich selbst als Potenzial zu erkennen und daraus handelnd in die Welt zu treten. Sie ist das Gegenmittel zur lähmenden Angst vor dem Scheitern, die Aloys als kulturelle Bremse identifiziert hat. Assertivität heißt in diesem Sinne, sich selbst zuzutrauen, Wissen und Lösungen im Tun zu erschaffen und dabei offen für Irrtümer und Veränderung zu bleiben. Sie öffnet Türen – für sich und andere – und schafft Raum für Neues.
Assertivität am Niederrhein – Aloys Cremers’ Kunst des selbstbewussten Handelns
Spätsommer 2024. „Assertivität ist keine Frage des Könnens, sondern des Tuns“, erklärt Aloys mit funkelnden Augen, während er energisch mit den Händen gestikuliert. Der niederländische Grenzgänger und Kuhnst-Aktivist erklärt mir das Konzept, das in seiner Heimat längst etabliert, am deutschen Niederrhein jedoch noch kaum bekannt ist. Seit seiner Rückkehr nach Kevelaer zieht sich die Assertivität als roter Faden durch sein Schaffen – sie ist das philosophische Fundament seiner „Kultur, als sei es nichts“. Den kulturellen Bremsklötzen des Niederrheins setzt Cremers sein „anders ist nicht verkehrt“ entgegen, eine Haltung, die den gesunden Menschenverstand auf die Straße trägt und das Nichts als schöpferisches Potenzial begreift. „Wissen schafft sich selbst“, ruft er mir zu, eines seiner vielen kleinen Mantren, Gedankensplitter, die einem zunächst wirr und wild vorkommen, die aber in ihrer Gesamtheit eine stimmige Philosophie transportieren.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
Ich erkenne Parallelen zu Nietzsches aphoristischer Philosophie im künstlerischen Ansatz von Cremers. Wie Friedrich Nietzsche bevorzugt auch Aloys die pointierte, spontane Formulierung: Mit knappen Aussprüchen, überraschenden Bildern und der Betonung des unmittelbaren Tuns taucht er – ähnlich wie Nietzsche – kurz und intensiv ins kalte Wasser der Erkenntnis ein, ohne sich in langen Erklärungen zu verlieren. Beide setzen auf die Freiheit des Geistes und die Kraft, sich von tradierten Denkgewohnheiten zu lösen. Cremers’ spontane, angstfreie Kunst und sein Mut zum Fehler spiegeln Nietzsches Überzeugung wider, dass Erfüllung und Kreativität nur durch das Durchschreiten von Unsicherheit und Scheitern möglich werden.
„Daß man damit nicht in die Tiefe, nicht tief genug hinunter komme, ist der Aberglaube der Wasserscheuen, der Feinde des kalten Wassers; sie reden ohne Erfahrung.“ – Friedrich Nietzsche in „Die Fröhliche Wissenschaft“ (fünftes Buch)
Fehlerkultur in Deutschland? Ein epic fail
„In einer positiven Fehlerkultur […] werden Fehler […] als Möglichkeit zu lernen sowie als Teil von Innovationsprozessen gesehen“, erklärt Roland Matuszewski vom zfm Bonn. Deutschland sei in dieser Hinsicht internationales Schlusslicht: Die deutsche Fehlerkultur belegt in einer Studie der Universität Lüneburg Platz 61 von 62 untersuchten Ländern. Aloys ruft zum Umdenken auf: „Fehler sind erlaubt – das ist das Gegenmittel gegen die German Angst“. Wer den niederrheinischen Niederländer erlebt, versteht: Assertivität bedeutet bei ihm jene Sicherheit des Selbst, die es braucht, um im Leben verwurzelt und dennoch grenzenlos kreativ zu sein – mittendrin mit seinem Nichts, aus dem alles entstehen kann.
Die Befreiung des Menschen – von Cloots bis Cremers
Aloys Cremers’ Konzept der Assertivität ist eng verbunden mit den Ideen von Anacharsis Cloots – jenem revolutionären Denker, der als „Redner des Menschengeschlechts“ vom Niederrhein aus die Weltbühne betrat. Cloots, geboren bei Kleve, war ein radikaler Verfechter universeller Menschenrechte und glaubte an die grenzenlose Souveränität der Menschheit – jenseits von Nationen, Religionen und tradierten Autoritäten. Seine Vision einer „Weltrepublik“ und sein kompromissloser Ruf nach Selbstbestimmung spiegeln sich im Kern von Cremers’ Assertivitätsbegriff wider.
Anacharsis Cloots (1755–1794)
Im Wirk-Universum des Aloys Cremers wird Assertivität zum Werkzeug gegen kulturelle Stagnation und geistige Trägheit. Wie Cloots, der sich gegen die Fesseln von Stand, Kirche und Staat auflehnte und für eine kosmopolitische Gesellschaft kämpfte, fordert Cremers ein selbstbewusstes, eigenverantwortliches Handeln aus dem schöpferischen Nichts – aus jener Eigenenergie, die jeder Mensch in sich trägt und die alle Menschen verbindet. Beide, Cloots und Cremers, eint die Überzeugung, dass Freiheit und Kreativität nicht von außen gewährt, sondern von innen heraus – durch aktives, assertives Tun – verwirklicht werden müssen.
Aloys’ künstlerische Initiativen, seine Arbeit an der Befreiung der Köpfe und Herzen, stehen damit in der Tradition aller Denker*innen, die die Menschen aufforderten, sich nicht von Angst und Autorität lähmen zu lassen, sondern mutig und mit gesundem Menschenverstand für ihre Rechte einzustehen. So wird der Niederrhein bei Cremers zur Bühne einer neuen, assertiven Weltbürgerschaft – ganz im Geiste des revolutionären Universalismus von Anacharsis.
Wenn Ihnen gefallen hat, was Sie hier gelesen haben, und Sie weitere Einblicke dieser Art in das Werk Aloys Cremers’ und anderer niederrheinischer Kulturitäten nicht scheuen, abonnieren Sie gern diesen Blog. (Falls Sie nicht wissen, wie das geht, schreiben Sie mir einfach eine Nachricht.) Und schauen Sie doch mal auf Aloys’ Website vorbei: www.aloys-cremers.de. Die ist zwar nicht ganz aktuell, aber es gibt trotzdem eine Menge Nichts zu sehen.
Alle sieben Jahre, das war das Versprechen. Und wir hätten’s fast gehalten, mit leichter Lockdown-Verzögerung – aber dann hat’s im letzten Moment wegen einer schnöden Grippe nicht geklappt. Jetzt steht ein neuer Termin. Save the date und sei dabei! Info folgt.
Am Büdchen steppt der Bär! Zusammen mit Yvonne Rüller und Sanchez Flow supporte ich Bundestags-Direktkandidatin Manu Bechert beim Wahlkampf. Dafür haben wir die Büdchentour ins Leben gerufen, ein Format, das auch nach der Wahl hoffentlich bestand haben wird. Es geht dabei nicht nur um einen freien Zugang zu Musik und Kunst, sondern auch um den Erhalt der Büdchenkultur. Hier der Flyer, kommt vorbei, holt euch ein Bier oder ’ne gemischte Tüte und feiert mit uns! Manu ist natürlich vor Ort und steht Rede und Antwort zu allen Themen, die mit Politik und Gesellschaft zu tun haben.
Mit Peter Trabner stehe ich am morgigen Mittwoch und am Donnerstag auf der 34OST-Bühne des Asphalt-Festivals in Düsseldorf. Als Dionysos’ Sidekick Satyr drehe ich Regler und spitte Wortgewitter. Das Stück basiert auf einer Idee und Vorlage von Peter Trabner, die wir in den vergangenen Wochen gemeinsam ausgearbeitet haben. Wildheit versus Zivilisation, Natur versus Kultur, Rausch versus Ratio, Dionysos versus Apollon – einer meiner philosophischen Lieblingsthemenkreise erfährt hier eine moderne Beackerung. Beide Vorstellungen sind bereits ausverkauft.
Von Düsseldorf geht’s am Wochenende dann nach Köln: Dort stehe ich am Sonntag mit Yvonne Rüller als FRANZ LOSZT & APOLONIA von 17:10–17:45 auf der Bühne der ColognePride am Alten Markt. Im Gepäck haben wir die neueste Version unseres Eurodance-Medleys und ein paar weitere zusammengeschmolzene Schmankerl. Das ganze unsonat und draußen – sehen wir uns dort?
Ist nämlich vorläufig die letzte Gelegenheit – am Montag geht’s wieder in den Süden, natürlich mit Gitarre und Amp. Reise mit auf Instagram!
Das INDIE feiert mal wieder, FRANZ LOSZT & APOLONIA sind dabei und schließen das Festival am kommenden Sonntag. Tagestickets kosten 15 Euro, ein Wochenendticket 40, alles Weitere erfahrt ihr auf der Website oder per Mail.
Ebenfalls im Mai: Kurzkonzert und kulturelle Keynote der Vallanisten im Quartier Latin am Donnerstag, den 16.05. in der Boutique Silhouette, Orsoyer Str. 6 in Rheinberg. Veranstaltungsbeginn: 15 Uhr, Konzert & Co.: ca. 18:30 Uhr
Veranstaltungen am Spanischen Vallan
Unser aktueller Halbjahresflyer ist online auf www.SpanischerVallan.de. Unbedingt auschecken, ist Klausurrelevant!
Sylvia Kirchherr ist als Sängerin und Songwriterin seit Jahrzehnten auf den Bühnen und Straßen Europas unterwegs. Wir kennen uns seit rund drei Jahren privat, standen schon einmal gemeinsam auf der Bühne und haben nun den nächsten, überfälligen Schritt getan: Mal was aufnehmen.
Anlass war der Geburtstag von Sylvias Lebensgefährte, dem sie ein Lied schicken wollte. Und da sie nach all der Songrwiterei mal wieder Lust hatte zu covern, ist es eine eine ganz eigene Version von „Vermissen“ geworden, im Original von Juju und Henning May. Sylvia hat den Text umgeschrieben, ich habe eine Gitarre arrangiert, wir haben uns im Spanischen Vallan getroffen und zack – da war’s auch schon geboren:
Lasst Sylvia gern ein Abo da! Und mir eh, falls nicht schon geschenen. (Idee, Text- und Gesangsbearbeitung: Sylvia Kirchherr | Gitarrenarrangement, Video- & Tonbearbeitung: Renan Cengiz)
Wir freuen uns über deinen Daumen nach oben, Kommentare und was sonst noch geht!
Mehr von Sylvia Kirchherr findest du auf Ihrer Website unter www.viva-lavida.de
Hallo aus Sardinien! Neka, Maja und ich sind mit unserem Camper Berta auf die Insel gefahren und machen hier einen guten Monat lang die Straßen, Berge und Strände unsicher. Die Gitarre ist selbstverständlich auch dabei. Wer mitreisen will, kann das diesmal in Nekas Telegram-Gruppe tun: Unter t.me/nekaundmaya kamnst du dich einklinken. Für Musikvideos aus Sardinien folge mir auf YouTube, Stories und Beiträge gibt’s außerdem bei Instagram. Erste Eindrücke unten. Spoiler: Es ist sehr schön hier. Adioso e ciao!
Hello from Sardinia! Neka, Maja and I went to the island with our camper van Berta and will spend a good month exploring the roads, mountains and beaches. Of course, my guitar is also with us. If you want to join us from afar, you can do so via Neka’s Telegram channel at t.me/nekaundmaya (German language only). For music videos from Sardinia, follow me on YouTube, stories and posts can also be found on Instagram. Spoiler: It’s very beautiful here. Adioso e ciao!
Hanne Moll trifft diesen Donnerstag FRANZ LOSZT & APOLONIA im Indie Duisburg. Ab 19 Uhr kommste rein, um 20 Uhr beginnt die Show. Der Eintritt ist frei, ein Hut geht rum – da wir ohne Gage spielen, sind wir darauf angewiesen, dass du ihn angemessen füllst (Zahngold, Kreditkarten usw). Danke!
Was dich erwartet:
Hanne Moll serviert bittersüße Akustik-Arrangements rühriger Rock- und Pop-Balladen, die sie mit zarter Stimme unter deine Haut massiert. FRANZ LOSZT & APOLONIA fahren als Gegengewicht knallige Pop- Rock- und Eurodance-Cover auf, darunter nie gespielte Premieren und sogar ein paar Hits zu Dritt. Abwechselnd sorgen wir dafür, dass dein Donnerstag sich wie ein Freitag anfühlt – vorausgesetzt, du schwingst deine Hüften ins Indie!
Wenn du das hier liest, sind wir schon lange wieder zurück in Deutschland, waren sogar noch einmal weg und sind ergo zweimal wieder da. Hier folgt nun endlich der letzte Etappenbericht unserer Straßenmusiktour. Enjoy!
Sweet: Sonniges Südtirol
Zu unseren besten Entdeckungen dieser Reise gehören versteckte Wanderparkplätze. Die hervorragendsten sind oft jene, die auf keiner Karte verzeichnet sind. Einer liegt am Rande eines Weinbaugebiets irgendwo in der italienischen Pampa – neben dem Zustieg zu einem Klettersteig, der selbst für Renan leicht genug und dabei trotzdem wunderschön ist, wir besteigen ihn am morgen und kehren am Mittag auf der steilsten Straße der Welt zurück an den Fuß des Berges (gefühlt 23 Stunden Fußmarsch bei 179 Grad Steigung).
Ein anderer liegt bei Tramin an der Weinstaße oben auf einem kleinen Berg am Ende der Straße. Eigentlich wollen wir ganz woanders hin, doch Berta packt den steilen Zuweg nicht, weshalb wir statt abzubiegen geradeaus fahren, eine Möglichkeit zum Wenden suchen und auf einen traumhaften Waldparkplatz mit Wasserstelle und vielen Wandermöglichkeiten stoßen. Wir bleiben gleich zwei Nächte hier, spülen all unser Zeug, waschen uns – Renan geht sogar in einem nahe gelegenen Wasserfall duschen – wandern und adoptieren beinahe einen Hund, der uns einen halben Tag lang begleitet und sich hervorragend mit Maja versteht (ihre Gegenliebe ist keine Selbstverständlichkeit). Auch super: Am Wegesrand der Zufahrtsstraße wachsen Trauben und Obstbäume, an denen wir uns bedienen – paradiesische Zustände!
Weiter müssen wir trotzdem. Und unbedingt mal wieder Geld verdienen, denn selbst beim sparsamsten Lebensstil kommen wir um’s Tanken nicht herum. Auf dem Weg gen Norden halten wir in Kaltern und Meran. Kaltern erreichen wir am Mittag – und es ist brechend voll. Bald erfahren wir den Grund: Der FC Bayern München ist in der Stadt, weil ein Kalterner Regionalverein ein Freundschaftsspiel gegen den FC gewonnen hat. Wir stellen uns auf den Marktplatz und legen los – und wow, die gute halbe Stunde lohnt sich in jeder Hinsicht! Mehr jedenfalls als im nahen Meran: Die Stadt ist zwar wunderschön, dich unser Spot in der Fußgängerzone etwas weniger lukrativ als gedacht. Machen hier nicht die Reichen und Schönen Urlaub? Sind die am Ende geiziger als das gemeine Volk?
Berta brettert über’s Timmelsjoch
Es führen nicht viele Wege über die Alpen nach Österreich, und die meisten kennen wir schon. Die Wahl fällt daher auf das Timmelsjoch, ein Grenzpass, der bis in luftige 2.374 Meter Höhe reicht, und dann wieder hinunter. Der Timmel ist der einzige befahrbare Übergang des Alpenhauptkamms zwischen Reschen und Brenner und etwas abenteuerlicher als der bequeme Brennerpass, den die meisten nutzen. Da wir über ein modernes Offroad-Expeditionsmobil verfügen – einen 31 Jahre alten LMC-Camper mit 93-PS-Fordmotor – sind wir guter Dinge, es ohne Motorschaden bis nach oben und ohne Bremsschaden wieder herunter zu schaffen. Die Aussicht ist ein Traum. Zwei Radfahrer überholen uns, als wir eine Kühlpause für den Motor einlegen. Und dann ist es irgendwann geschafft: Berta ist ganz oben auf dem Timmel.
Should I stay or should I go?
Oben am Gipfel gibt es keine guten Stellplätze mehr, aber eine alte Bekannte von Manu, die von der anderen Seite kommt, sagt uns, dass es auf dem Weg nach unten noch viele Parkmöglichkeiten am Straßenrand gibt. Sie ist nur zufällig zeitgleich mit uns hier, die beiden haben sich viele Jahre nicht gesehen und die Überraschung ist entsprechend groß. Timmelmagie!
Wir stellen uns in einer großzügige Bucht neben einen Gebirgsbach, der hier in der Nähe auf knapp 2.500 Metern entspringt. Renan will da unbedingt rein – er ist zwar flach (also: der Bach), aber zum Waschen reicht’s, und wegen der ganzen Straßenmusikschwitzerei ist ein Waschgang mal wieder überfällig. Nach einem freudvollen Sitzbad will keine rechte Gemütlichkeit aufkommen. Besonders Manu hat Hummeln im Hintern – der Pass wird bald schließen, dann sitzen wir hier oben fest. Also doch lieber weiterfahren? Nach einigem Für und Wider machen wir los, holen uns am Ende des Passes den obligatorischen Aufkleber ab (den Manu mit großem Stolz auf Bertas linke obere Pobacke klebt) und fahren an ziemlich vielen schönen Stellplätzen vorbei, immer auf der Suche nach einem besseren – auch, weil wir morgen Emil bei Innsbruck treffen wollen und das noch ein Stück hin ist –, bis wir im Dunkeln den Nächstbesten nehmen, ein Kajakparkplatz in Ötz, ganz in der Nähe der Feuerwehrwache, die heute Feuerwehrkirmes feiert. Zu den lieblichen Klängen der DJs Howdy und Günthy, die zum Glück weitgehend von der wilden Ötztaler Ache überschäumt werden, sinken wir in den Schlaf.
Innsbruck und Umland mit Emil
Wir beschließen Emil in Innsbruck zu treffen, wo er in den letzten Tagen bei einem Freund gewohnt hat und mit diesem zu verschiedenen Wanderungen aufgebrochen ist. Straßenmusik in Innsbruck ist genehmigungspflichtig, aber es ist Sonntag, also machen wir’s ohne. Das klappt ganz okay, drei Sets hält Renan durch, beim dritten stößt Emil zu uns und wir schmieden Wanderpläne im Karwendel. Die Wahl fällt auf den höchsten und abgelegensten Teil der Gemeinde Gnadenwald. Dafür muss Berta ein sechs Kilometer lange, einspurige Mautstraße den Berg hinaufmeandern, wo wir am frühen Abend nahe der Hinterhornalm auf rund 1.500 Metern parken.
Die Hinterhornalm hat keine Lust auf Musik. Man habe da schlechte Erfahrungen gemacht, irgendwie. Ein wenig enttäuscht und trotzig wandern wir mit geschulterter Gitarre zur Walderalm, eine urige Bergwirtschaft mit Weiden, Vieh und Muße. Die Sonne strahlt, die Veranda ist voll mit Besucher*innen und die Wirtin hat überhaupt gar nichts gegen Musik. Also stellen wir den Hut auf und Renan spielt ein Set in der Gebirgsidylle. Die Songs kommen bei niemandem besser an als bei der Kuh-Chefin, die von der ersten bis zur letzten Note sichtlich gebannt und begeistert zuhört und -schaut – so offensichtlich, dass es auch den Gästen auffällt und für viel Erheiterung sorgt. Den Menschen scheint es auch zu gefallen und eine gute Jause ist flugs gegenfinanziert.
Auf dem Rückweg rutscht Renan beim Sprung über einen Stacheldrahtzaun ab und reißt sich den Arm so tief auf, dass sich alle (außer Renan) verhaltene Sorgen machen. Nicht ohne vorher sehr gelacht zu haben (auch Renan), denn das Unterfangen war an Eleganz kaum zu überbieten. Der Rest der Rückwanderung verläuft unfallfrei, den Rückweg die steile Bergstraße hinab eingeschlossen. Die Nacht verbringen wir auf einem Wanderparkplatz im Tal nahe der deutschen Grenze.
John Frusciante – Cut-out
Balkanbühne am Bibisee
Dann fahren wir zum Bibisee, einem Gewässer bei Königsdorf. Dort wollen wir einen Biergarten überfallen und mit Livemusik überraschen – doch der wartet mit einem Präventivschlag auf: Heute geschlossen. Also stürmen wir das nächstbeste Etablissement, das Restaurant am Bibisee, kroatische und internationale Küche, eine große Veranda und ein freundliches Team, das uns gewähren lässt. Zwei Sets spielt Renan dort und nimmt mehr Geld ein als wir ins kroatische Essen (u.a. Kaiserschmarren) investieren können. Nach einem angenehmen Gespräch mit einem Pärchen am Nachbartisch lädt uns der Chef ein, am nächsten morgen zum Kaffee vorbeizukommen, außerdem dürfen wir die Nacht über auf dem Restaurantparkplatz stehen – und jederzeit wiederkommen. Offenbar hat die Musik gefallen. Gesagt, getan: Nach einer ruhigen Nacht und einem kleinen Bibiseespaziergang schlürfen wir Kaffee und fahren dann weiter. Es wird mal wieder Zeit für Familienbesuch – wir steuern die Gegend um den Starnberger See an, wo Emils Oma lebt.
Donner und Doppelkopf am Starnberger See
Auf dem Weg machen wir Station in Bad Tölz und versuchen unser musikalisches Glück mittags in der Fußgängerzone. Ein Typ in Sakko, wirren Haaren und Birkenstocks (vermutlich Philosophieprofessor) blesibt schon beim ersten Song verzückt stehen, tanzt ein wenig, singt mit, läuft zu seinem Fahrrad, holt eine Nasenflöte aus der Satteltasche und spielt noch ein kleines Solo, dann ist er winkend weg. Die Damen und Herren im Eiscafé nebenan reagieren deutlich verhaltener, aber na ja, niemand verscheut uns und es landen ein paar Euronen im Hut. Zur Belohnung gönnen wir uns ein Bad in der Isar, bevor es weiter geht.
Wenige Stunden später sitzen wir auf der Veranda eines Reihenhäuschchens in einem kleinen Städtchen in etwa zehn Autominuten Entfernung zum Starnberger See und spielen Doppelkopf mit Oma C., die uns sofort gnadenlos abzockt (Trumpfsolo, keine Neun angesagt). Wir schaffen es im weiteren Spielverlauf irgendwie unsere Doppelkopfehre zu retten, aber Oma C. geht als deutliche Siegerin aus dem Spiel hervor. Mit ihrem Mann spielt sie seit Jahr und Tag Kniffel. Er hat noch nie gewonnen. Wir freuen uns über eine Einladung zum Essen in der urigen Dorfschenke, bedanken uns mit einem kleinen Privatkonzert im Garten, verabschieden uns – auch von Emil, der für ein paar Tage hier bleibt – und suchen uns einen Stellplatz direkt am See.
Abends werden wir von einem gewaltigen Gewitter heimgesucht. Wir haben ernsthaft Sorge, ob unsere kaputte Dachluke, die durch einen Campingtisch geschützt ist, dem Wind und Regen standhält – aber es klappt. Blitze zucken, die Natur gewaltet, dass es eine wilde Freude ist – und doch freuen wir uns über Sonnenstrahlen am nächsten Morgen, die uns auf unserem Weg nach München begleiten.
Backstage: Mucke in München
Dort soll Renan dem Sommerfest der Partei Die PARTEI am morgigen Samstag ein langes Set spielen. Wir erreichen München am Nachmittag und stellen uns auf den uns zugewiesenen Stellplatz – eine Mischung aus Parkplatz und Sperrmülldepot, so ziemlich der hässlichste Platz, auf dem wir je gestanden haben. Dann fängt es wieder an zu regnen, und bis auf ein paar Pausen hört es für Tage nicht auf. Wir nutzen den VIP-Status um im Backstage des Backstage zu duschen und uns der Körperpflege zu widmen, verbringen den Abend im überadachten Teil des Biergartens und lernen gute Menschen kennen, mit denen wir bis sehr spät in die Nacht hinein über Politik, Philosophie, Gesellschaft und was sonst wichtig ist.
Dann kehren wir zurück zum Camper. Am nächsten morgen erwachen wir zu den Klängen einer Musikbox, die zu unserem Nachbarn gehört. Ein Dosenbier trinkender Typ, der in einem Zelt auf dem Betonparkplatz haust; einem Zelt, das nicht für Starkregen und Wind ausgelegt ist, aber das Dosenbier tut sein übriges. Die Musik soll uns fortan ein treuer Begleiter sein und die Attraktivität des Stellplatzes sinkt ins Unermessliche. Am Nachmittag stößt Emil wieder zu uns – es regnet immer noch / wieder in Strömen, und eine amtliche Starkregenwarnung steht für den Abend und den Folgetag ins Haus. Wir versuchen uns die Laune nicht verderben zu lassen, den Regen zu ignorieren, die Nachbarsmusik zu überhören und uns auf positive Dinge wie Essens- und Getränkemarken sowie die Sanitätrräume im Backstage-Backstage zu konzentrieren. Irgendwann ist Stage-Time. Mit sehr wenigen Stunden Schlaf im Rücken reißt Renan ein zweistündiges Set herunter, das den Hut zwar weniger füllt als erwartet, aber immerhin Spaß macht und Applaus erntet. Auch hier wird immer wieder mitgesungen und -getanzt, außerdem schmecken Essen und Getränke und wir landen wieder im Biergarten, um diesmal mit Emil über über Politik, Philosophie, Gesellschaft und was sonst wichtig ist. Diesmal ist er es, der bis spät in die Nacht feiert; wir landen müde im Bett, als die Party noch in vollem Gange ist.
Wipers – D-7
Monsun und Konsum: Augsburg und Göppingen
Am nächsten Vormittag brechen wir in einer Regenpause auf nach Augsburg. Die Stadt – eine der ältesten Deutschlands – haben wir auf einer früheren Reise eher zufällig entdeckt und für ziemlich sehr schön befunden. Wir wollen sie Emil gern zeigen, in unserem Lieblingsbiergarten an der Lech Pommes essen und unser restliches Geld verprassen. Wir haben tatsächlich etwas übrig! Leider schwallt es auch in Augsburg aus Fässern und der Regen soll laut Wetterbericht nie wieder aufhören. Damit stecken wir quasi fest, denn bei starkem Regen können wir mit unserer kaputten Dachluke nicht fahren – den Campingtisch können wir höchstens bei Schrittgeschwindigkeit zum Umparken auf dem Dachloch liegen lassen, alles andere gäbe eine unerwartete Überraschung für mindestens eine hinter uns her fahrende Windschutzscheibe. Der Biergarten (wir stehen ganz in der Nähe) hat wegen des schlechten Wetters zu, der nächste ebenfalls. Also bestellen wir Pizza – auf einen riesigen veratschten Parkplatz ohne Straße und Hausnummer, daher ist es ein wenig spannend, ob sie jemals ankommen wird. Tut sie aber – ein Lichtblick! Wir machen das Beste aus der Zeit, aber die Stimmung geht eher Richtung abgefucked.
Am nächsten Vormittag klart es auf. Während Emil und Manu eine Einkaufsmöglichkeit suchen, versucht Renan eine Abdeckung für das Fachproblem zu basteln. Vor Wochen schon haben wir den billigsten Plastikkleber geholt, den wir im Eineuroladen finden konnten, und mit dem klebt Renan das Fahrradwarnschild auf die Luke. Wir essen, dann fahren wir. Die Konstruktion hält! Ungefähr fünf Minuten lang. Der Einsatz hat sich auf jeden Fall gelohnt. (Nicht. Seufz.) Im Fahren basteln Emil und Renan aus den vorhandenen Materialien – Isomatte, Plane usw. – verschiedene Regenschutze, die alle nicht so gut halten, aber uns fast trocken nach Göppingen bringen. Schnell legen wir den Tisch aufs Dach, zerstören damit die einzige Konstruktion, die dem Fahrtwind einigermaßen standgehalten hat, schnappen uns ein paar Spiele und gehen in die urigste Raucherkneipe, die wir finden können. Heute wird konsumiert; nach Wochen der ausgesprochenen Bescheidenheit schauen wir jetzt nicht mehr aufs Geld, bis es alle ist. Der Wirt ist Grieche, empfiehlt uns die Dönerbude gegenüber – wir können aber bei ihm essen – und versorgt uns mit Wärme, Trockenheit, Kaltgetränken und sogar einem Abschiedsouzo aufs Haus. Wir spielen den ganzen Abend und sind wieder einigermaßen happy – von der Tatsache abgesehen, dass unsere nunmehr dreimonatige Tour in weniger als 30 Stunden ein vorläufiges Ende finden wird.
Rückreise nach Rheinberg
Morgens machen sich Emil und Renan – natürlich bei strömendem Regen – erneut konstruktorische Gedanken über einen Dachlukenverschluss. Diesmal soll er für die Ewigkeit gebaut sein, wie die Pyramiden. Ein gefüllter 20-Liter-Wasserkanister zieht das Fahrradwarnschild nun mit doppelt gesicherten Bindfadenverbindungen nach unten – die Schwerkraft ist auf unserer Seite und wir sind zuversichtlich: Das wird vielleicht eventuell halten. Trinken müssen wir ja nicht mehr viel.
Wir fahren los. Das Schild auf dem Dach wölbt sich mittig nach oben, verharrt aber in einer abgerundeten Spitzdachposition selbst bei Höchstgeschwindigkeiten (120 km/h) auf der Autobahn in seiner Position und der entstandene Schlitz lässt so wenig Regen durch, dass das Unterlegen eines Handtuchs bei Weitem ausreicht. (Falls uns jemand ob dieses Glanzstücks für den Deutschen Ingenieurbaupreis vorschlagen möchte: die Kontaktdaten stehen auf BBR.Bund.de.)
Trockenen Bodens kommen wir am späten Nachmittag zu Hause in Rheinberg an. Die letzten Tage voller Regen und unschönen Stellplätzen haben dem Reiseende einen unschönen Geschmack gegeben. Aber die wundervollen Eindrücke aus der gesamten Zeit überwiegen. Und vor allem haben wir es geschafft. Wir haben Europe without money betrippt und sogar noch 25 Euro in der Tasche. Das ist nicht nur ne echte Leistung, sondern auch eine sehr tolle Erfahrung. Danke an alle, die das möglich gemacht haben!
Jedes Ende ist ein neuer Anfang
Außerdem soll das nicht unsere letzte Reise dieser Art gewesen sein. Es ist jetzt Mitte September, und schon Mitte Oktober wird das nächste kleine Abenteuer mit Berta und Gitarre vom Parkplatz rollen. Möchtest du mitreisen (also: retrospektiv)? Dann abonniere gern diesen Blog, schau dir unsere Instagram-Highlights an (spoiler alert!), klick dich in unserer Youtube-Playlist und sei Teil unserer Reise. Wer uns etwas in den Hut schmeißen möchte, aber aus Raumzeitkontinuumsgründen nicht kann – das geht auch digital: paypal.me/renancengiz. Danke und auf bald!
Attention: The English version is an automated translation by Deepl.com with slight edits. That makes it a longer read for you with less work on our side. We hope it has turned out well enough.MAKE SURE TO LOOK AT AND WATCH THE PHOTOS AND VIDEOS ABOVE!
By the time you read this, we will already be long back in Germany, have even been away once more, and ergo have returned twice. So, finally, here is the last stage report of our street music tour. Enjoy!
Sweet: Sunny South Tyrol
Among our best discoveries of this trip are hidden trail parking spots. The most outstanding are often those that are not marked on any map. One is on the edge of a wine-growing area somewhere in the Italian pampas – next to the approach to a via ferrata, which is easy enough even for Renan and yet beautiful, we climb it in the morning and return at noon on the steepest road in the world to the foot of the mountain (felt 23 hours walk at 179 degrees gradient).
Another one is near Tramin an der Weinstaße at the top of a small hill at the end of the road. Actually, we want to go somewhere else, but Berta can’t handle the steep access road, so instead of turning off, we drive straight ahead, look for a way to turn around and come across a fantastic forest parking lot with a fountain and lots of hiking opportunities. We stay here for two nights, rinse all our stuff, wash ourselves – Renan even takes a shower in a nearby waterfall – hike and almost adopt a dog, who accompanies us for half a day and gets along excellently with Maja (her reciprocal love is not a matter of course). Also great: grapes and fruit trees grow at the side of the access road, which we help ourselves to – heavenly conditions!
But we still have to go on. And we absolutely have to earn money again, because even with the most frugal lifestyle we can’t avoid refueling. On our way north, we stop in Kaltern and Merano. We reach Kaltern at noon – and it’s packed. Soon we find out the reason: German soccer team FC Bayern Munich is in town because a regional club from Kaltern has won a friendly match against the FC. We set up on the market square and get going – and wow, the thirty minutes are worth it in every respect! More so than in nearby Merano: The city is beautiful, but our spot in the pedestrian zone is a little less lucrative than we thought. Don’t the rich and beautiful vacation here? Are they more stingy than the common people at the end of the day?
Berta brakes across the Timmelsjoch
There are not many routes across the Alps into Austria, and we already know most of them. Thus, the choice falls on the Timmelsjoch, a border pass that reaches a lofty 2,374 meters above sea level, and then back down again. The Timmel is the only passable crossing of the main Alpine ridge between Reschen and Brenner and a bit more adventurous than the comfortable Brenner Pass that most use. Since we ride a modern off-road expedition vehicle – a 31-year-old LMC camper with a 93-horsepower Ford engine – we are in good spirits to make it to the top without engine damage and back down without broken brakes. The view is a dream. Two cyclists overtake us as we pause to cool the engine. And then at some point it’s done: Berta is at the top of the Timmel.
Should I stay or should I go?
At the top of the summit there are no decent parking spaces left, but an old acquaintance of Manu’s, who comes from the other side, tells us that there are still plenty of roadside parking spaces on the way down. She just happens to be here at the same time as us, the two have not seen each other for many years and the surprise is accordingly great. Timmel magic!
We are in a spacious bay next to a mountain stream, which springs nearby at almost 2,500 meters. Renan wants to go in – it’s shallow, but good enough for a wash, and because of all the street music sweating, a rinse is once again well overdue. After a joyful sitz bath, no real comfort wants to arise. Especially Manu has ants in her pants – the pass will be closed soon, and we will be stuck up here. Maybe we should go on? After some pros and cons we set off, pick up the obligatory sticker at the end of the pass (which Manu proudly sticks on Berta’s upper left buttock) and drive past quite a few nice pitches, always looking for a better one – also because we want to meet Emil near Innsbruck tomorrow and that’s still a long way off – until we take the next best one in the dark, a kayak parking lot in Ötz, very close to the fire station, which is celebrating its fire fighter festival today. To the dulcet sounds of DJs Howdy and Günthy, fortunately largely drowned out by the wild Ötztaler Ache, we sink into sleep.
Innsbruck and hinterland with Emil
We decide to meet Emil in Innsbruck, where he has been staying with a friend for the last few days and has gone on various hikes with him. Street music in Innsbruck requires a permit, but it’s Sunday, so we do it without. That works out okay, Renan endures three sets, by the third Emil joins us and we forge hiking plans for the Karwendel. The choice falls on the highest and most remote part of Gnadenwald. To get there, Berta has to drive up a six-kilometer, single-lane toll road to the top of the mountain, where we park in the early evening near the Hinterhornalm at about 1,500 meters.
The Hinterhornalm ain’t up for music. Somehow they had made bad experiences with it. A little disappointed and defiant, we hike, guitar shouldered, to the Walderalm, a rustic mountain inn with pastures, cattle and leisure. The sun is shining, the veranda is full of visitors and the proprietress has nothing at all against music. So we put up the hat and Renan plays a set in the mountain idyll. The songs please no one better than the lady cow boss, who listens and watches visibly spellbound and enthusiastic from the first to the last note – so obviously that the guests also notice it which causes a lot of amusement. The humans also seem to like the music and a good snack is quickly funded.
John Frusciante – Cut-out
On the way back, Renan slips while jumping over a barbed wire fence and rips his arm so deep that everyone (except Renan) is cautiously worried. Not without having laughed a lot beforehand (including Renan), because the endeavor was hard to beat in elegance. The rest of the return hike goes without accident, including the way back down the steep mountain road. We spend the night at a hikers‘ parking lot in a valley near the German border.
Balkan bandstand at the Bibisee
Then we drive to Bibisee, a body of water near Königsdorf. There we want to raid a beer garden and surprise it with live music – but it comes up with a pre-emptive strike: Closed today. So we storm the next best establishment, the Restaurant am Bibisee, Croatian and international cuisine, a large veranda and a friendly team that lets us do as we like. Renan plays two sets there and raises more money than we can invest in Croatian food (including Kaiserschmarren). After a pleasant conversation with a couple at the neighboring table, the boss invites us to come over for coffee the next morning, and we are also allowed to spend the night on the restaurant parking lot – and come back at any time. Apparently they liked the music. No sooner said than done: after a quiet night and a short walk along the Bibisee, we sip coffee and then drive on. It’s time for a family visit again – we head for the area around Lake Starnberg, where Emil’s grandma lives.
Thunder and Doppelkopf at Lake Starnberg
On the way we stop in Bad Tölz and try our musical luck at noon in the pedestrian zone. A guy in a jacket, tangled hair and Birkenstocks (presumably a philosophy professor) stops enraptured during the first song, dances a little, sings along, runs to his bike, gets a nose flute out of his saddlebag and plays another little solo, then he’s gone, waving. The ladies and gentlemen in the ice cream parlor next door react much more cautiously, but well, no one scares us away and a few euros end up in the hat. As a reward, we treat ourselves to a swim in the Isar before continuing on our way.
A few hours later, we are sitting on the veranda of a little row house in a small town about ten minutes‘ drive from Lake Starnberg and playing Doppelkopf with Grandma C., who immediately rips us off mercilessly (trump solo, no nine claimed). As the game progresses, we somehow manage to save our Doppelkopf honor, but Grandma C. emerges as the clear winner. She has been playing Yahtzee with her husband for years. He has never won. We are happy about an invitation for dinner in the rustic village tavern, thank it with a small private concert in the garden, say goodbye – also to Emil, who stays here for a few days – and look for a parking place directly at the lake.
In the evening we are hit by a huge thunderstorm. We are seriously worried whether our broken roof hatch, which is protected by a camping table, will withstand the wind and rain – but it works. Lightnings twitch, nature rages, that it is a wild joy – but still we are happy about sunbeams the next morning, which accompany us on our way to Munich.
Backstage: Music in Munich
Renan is supposed to play a long set there for the summer festival of the party Die PARTEI tomorrow, Saturday. We arrive in Munich in the afternoon and set up on the site assigned to us – a mixture of parking lot and bulky waste depot, pretty much the ugliest place we’ve ever stood. Then it starts raining again, and except for a few breaks, it doesn’t stop for days. We use the VIP status to take a shower in the backstage of the backstage and devote ourselves to personal hygiene, spend the evening in the covered part of the beer garden and get to know good people with whom we talk until very late into the night about politics, philosophy, society and whatever else is important.
Then we return to the camper. The next morning we wake up to the sounds of a jukebox belonging to our neighbor. A guy drinking canned beer, who lives in a tent on the concrete parking lot; a tent that is not designed for heavy rain and wind, but the canned beer does the rest. The music is to be our faithful companion from now on and the attractiveness of the parking lot sinks into the immeasurable. In the afternoon Emil joins us again – it is still / again raining in torrents, and an official heavy rain warning is in the house for the evening and the following day. We try not to let it spoil our mood, ignore the rain, ignore the neighboring music and concentrate on positive things like food and drink tokens and the sanitary rooms in the backstage. Eventually, it’s stage time. With very few hours of sleep behind him, Renan rips off a two-hour set that fills the hat less than expected, but is still fun and earns applause. Again, there is always singing and dancing along, besides, food and drinks taste good and we end up in the beer garden again, this time to talk with Emil about politics, philosophy, society and whatever else is important. And this time it’s him who celebrates late into the night; we end up tired in bed while the party is still in full swing.
Monsoon and consumption: Augsburg and Göppingen
The next morning, during a break in the rain, we set off for Augsburg. We discovered the city – one of the oldest in Germany – on a previous trip rather by chance and found it to be quite very beautiful. We’d like to show it to Emil, eat fries in our favorite beer garden on the Lech River, and blow our remaining money. We actually have some left over! Unfortunately, it’s also pouring out of barrels in Augsburg and the rain is supposed to never stop, according to the weather forecast. So we’re sort of stuck, because we can’t drive in heavy rain with our broken roof hatch – the most we can do is leave the camping table on the roof hole at walking speed for re-parking, anything else would give an unexpected surprise for at least one windshield driving behind us. The beer garden (we are very nearby) is closed because of the bad weather, the next one as well. So we order pizza – on a huge slushy parking lot without street and house number, so it’s a bit exciting if it will ever arrive. But it does – a ray of hope! We make the best of the time, but the mood goes rather towards fucked up.
The next morning it brightens up. While Emil and Manu look for a shopping opportunity, Renan tries to tinker a cover for the compartment problem. Weeks ago we got the cheapest plastic glue we could find in the one-euro store, and with that Renan sticks the bicycle warning sign on the hatch. We eat, then we ride. The construction holds! For about five minutes. It was definitely worth the effort. (Not. Sigh.) While driving, Emil and Renan tinker with various rain covers from the materials at hand – sleeping pad, tarp, etc. – all of which don’t hold up so well, but get us to Göppingen almost dry. We quickly put the table on the roof, destroying the only construction that has somewhat withstood the driving wind, grab a few games and go to the quaintest smoking bar we can find. Today we consume; after weeks of pronounced modesty, we no longer look at the money until it runs out. The landlord is Greek, recommends the kebab shop across the street – but we can eat at his place – and provides us with warmth, dryness, cold drinks and even a farewell ouzo on the house. We play the whole evening and are reasonably happy again – apart from the fact that our now three-month tour will come to a temporary end in less than 30 hours.
Return to Rheinberg
In the morning, Emil and Renan – in pouring rain, of course – are again thinking constructively about a roof hatch closure. This time it should be built for eternity, like the pyramids. A filled 20-liter water canister now pulls the bicycle warning sign down with double-secured twine connections – gravity is on our side and we are confident: This might eventually stick. After all, we don’t have to drink much anymore.
We drive off. The sign on the roof curves upwards in the middle, but remains in its position in a rounded pointed roof position even at top speeds (120 km/h) on the highway, and the resulting slit lets through so little rain that placing a towel under it is by far sufficient. (If anyone would like to nominate us for the German Engineering Award because of this masterpiece: the contact details are on BBR.Bund.de).
Dry on the ground, we arrive home in Rheinberg in the late afternoon. The last days full of rain and unattractive pitches have given the end of the trip an unattractive taste. But the wonderful impressions gained during the whole time outweigh them. And above all we have made it: We have tripped Europe without money and even still got 25 Euro in our pockets. This is not only a real achievement, but also a very great experience. Thanks to everyone who made this possible!
Every end is a new beginning
Besides, this shall not have been our last trip of this kind. It is now mid-September, and already in mid-October the next little adventure with Berta and guitar will roll out of the parking lot. Would you like to travel with us (retrospectively, that is)? Then feel free to subscribe to this blog, check out our Instagram highlights (spoiler alert!), click through our Youtube playlist and be part of our journey. If you want to throw something into our hat but can’t due to space-time continuum reasons – you can also do that digitally: paypal.me/renancengiz. Thanks and see you soon!
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